Finanzielle Vorsorge für Kinder: 6 Tipps für die Absicherung
6 praktische Tipps von Finanzexpertin und Co-Host des Podcasts Moneyküre Beatrice Schobesberger.
Ein Kind verändert alles – auch die Finanzen. Viele Eltern fragen sich: Wie kann ich mein Kind finanziell absichern? Wie sorge ich für die Zukunft meiner Familie vor? Und wie bringe ich meinem Kind den Umgang mit Geld bei? Mit diesen sechs Tipps gelingt’s.
Tipp 1: Offene Kommunikation über Geld & Ausgaben
Sprecht früh und offen über eure Finanzen. „Dieses Übers-Geld-Sprechen im Zuge einer Partnerschaft und später einer Familiengründung ist total wichtig. Und zwar nicht nur reden, sondern auch klare Vereinbarungen treffen“, sagt Finanzexpertin Beatrice Schobesberger. Für die laufenden Familienausgaben empfiehlt sie ein Gemeinschaftskonto. Beide Partner:innen zahlen entsprechend ihrem Einkommen ein – wer mehr verdient, übernimmt auch einen größeren Anteil. Genauso wichtig ist ein Haushaltsplan. Wenn du deine monatlichen Einnahmen und Fixkosten kennst, kannst du besser planen und unerwartete Ausgaben leichter stemmen.
Tipp 2: Richtige Vorsorge: Versicherungen für Kinder
Mit einem Kind steigen auch die finanziellen Risiken. Deshalb lohnt sich ein Versicherungs-Check. „Für Jungfamilien ist eine umfassende Gesundheitsabsicherung besonders wichtig“, so Schobesberger. Je nach Lebenssituation gehören dazu eine private Krankenversicherung – auch für ambulante Behandlungen –, eine Unfallversicherung, eine Lebensversicherung, die Kapital bildet, eine gute Haftpflichtversicherung sowie eine Rechtsschutzversicherung.
Gerade als Frau solltest du auch nicht auf die eigene Vorsorge vergessen. Durch Karenz und Teilzeitarbeit entstehen oft Pensionsnachteile. Schobesberger empfiehlt deshalb, sich mit dem in Österreich noch wenig in Anspruch genommenen Pensionssplitting auseinanderzusetzen: „Ich bin absolut der Meinung, dass der Partner, der seine Karriere ungestört fortsetzen kann, das auch abgelten soll, indem er einen Teil seiner Pensionsansprüche auf die Partnerin überträgt“, so die Finanzexpertin.
Tipp 3: Frühzeitig für Kinder sparen
Je früher Geld für Kinder investiert wird, desto höher sind die Chancen auf hohe Erträge und eine sehr gute Wertentwicklung. „Das gute alte Sparbuch oder der Bausparvertrag bringen heute kaum noch etwas. Ein Kind hat einen Anlagehorizont von 18 oder mehr Jahren – diesen Vorteil sollte man nutzen und zumindest teilweise in einen breit diversifizierten, am besten weltweit investierten Aktienfonds oder ETF anlegen“, empfiehlt Schobesberger. Wichtiger als hohe Einmalbeträge sei dabei Kontinuität. Eltern sollten monatlich einen gewissen Betrag in eine Lebensversicherung einzahlen. Bereits ab der Geburt können Eltern, Großeltern oder Pat:innen so langfristig Vermögen für ein Kind aufbauen.
Tipp 4: Praktische Finanzbildung für Kinder im Alltag
Finanzbildung für Kinder beginnt zu Hause. Erklär deinem Kind, warum du dich für oder gegen einen Kauf entscheidest. So lernt es, wie Geld funktioniert, dass Geld begrenzt vorhanden ist und jede Ausgabe eine Entscheidung bedeutet. Besonders anschaulich wird es, wenn du dein Kind bei Anschaffungen einbeziehst und mitentscheiden lässt: „Kinder sind unglaublich neugierig. Sie wollen verstehen, warum wir etwas kaufen oder eben nicht“, sagt Schobesberger. Die Finanzexpertin plädiert dafür, seinen Kindern schon im Kindergartenalter Taschengeld zu geben: „Auch mit kleinen Bargeldbeträgen wie 50 Cent pro Woche lernen die Kinder den Umgang mit Geld“. Taschengeld sollte jedoch unabhängig von schulischen Leistungen gegeben werden und nicht zur Belohnung oder Bestrafung verwendet werden.
Tipp 5: Finanzielle Verantwortung vorleben
Kinder beobachten genau, wie ihre Eltern mit Geld umgehen, und sie merken schnell, ob ihr vernünftig über Geld sprecht oder es ständig Konfliktthema ist. Auch Fehler dürfen Thema sein. Wer offen zugibt, einmal eine schlechte finanzielle Entscheidung getroffen zu haben, vermittelt eine wichtige Botschaft: Fehler gehören dazu – entscheidend ist, daraus zu lernen.
Tipp 6: Notgroschen aufbauen für eine sichere Vorsorge
Finanzielle Sicherheit heißt nicht, jedes Risiko auszuschließen. Entscheidend ist, vorbereitet zu sein. Ein Notgroschen, regelmäßige Finanz-Checks und langfristige Vorsorge geben nicht nur dir Sicherheit. Sie vermitteln auch deinem Kind einen entspannten und verantwortungsvollen Umgang mit Geld. Denn Finanzbildung beginnt nicht erst mit dem ersten Gehalt, sondern am Esstisch, beim Einkaufen oder mit der ersten Münze im Sparschwein.
Als Finanzexpertin und Co-Host des Podcasts Moneyküre gibt Beatrice Schobesberger wertvolle Ratschläge für Eltern zur finanziellen Absicherung der Familie und zur Finanzbildung von Kindern.
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