Entscheidungen treffen: 5 Methoden, die wirklich helfen
Entscheidungen fallen dir schwer? Diese 5 Methoden helfen dir, Klarheit zu gewinnen, Grübelei zu stoppen und ins Handeln zu kommen.
Jobwechsel, Beziehungsfragen, ein Umzug: Bei größeren Veränderungen schieben viele von uns Entscheidungen auf. „Das ist prinzipiell normal“, sagt die Klinische Psychologin Minna Felkel von der Gemeinschaftspraxis Psychologie.8 in Wien. Problematisch werde es erst dann, wenn das Gedankenkarussell gar nicht mehr anhält – und sich an der Situation nichts ändert.
Entscheidungshilfe 1: Mach dir klar, was dich blockiert
Typisch ist z. B. die Angst vor einer Fehlentscheidung. „Die eine perfekte Entscheidung gibt es meist nicht“, beruhigt die Expertin. „Oft passen mehrere Möglichkeiten zu einer Person. Sie führen nur in unterschiedliche Richtungen. Wichtig ist nicht, die perfekte Wahl zu treffen, sondern eine, die sich stimmig anfühlt.“ Dazu kommen innere Konflikte. „Wir können uns sowohl Sicherheit als auch Veränderung wünschen. Beides kann gleichzeitig da sein.“
Entscheidungshilfe 2: Sortiere Fakten, Gefühle und Werte
Wer richtige Entscheidungen treffen will, sollte laut Minna Felkel drei Ebenen getrennt betrachten: Fakten, Gefühle und Werte. „Sie liefern unterschiedliche Perspektiven, die zusammen Klarheit ergeben.“
Fakten helfen, unrealistische Optionen auszuschließen und zu zeigen, was überhaupt möglich ist.
Gefühle: „Das erste Bauchgefühl ist ein wichtiger Hinweis, es kann aber auch von Stress und Zeitdruck beeinflusst werden“, so Felkel. „Hier hilft es, bewusst zu reflektieren.“
Werte geben die langfristige Richtung vor. Was ist mir im Leben wichtig? Passt meine Entcheidung dazu?
Entscheidungshilfe 3: Nutze eine Entscheidungsmatrix
Als praktische Entscheidungshilfe dient eine Entscheidungsmatrix, mit der du Vor- und Nachteile übersichtlich gegenüberstellst. „Denn manchmal gibt es auch einen Gewinn, wenn man sich gegen eine Option entscheidet“, so die Psychologin. „Und wenn man am Ende keine Entscheidung trifft, ist auch das eine Entscheidung – und manchmal ein Hinweis darauf, dass der Status quo im Grunde doch passt.“
Entscheidungshilfe 4: Denk den schlimmsten Fall konkret durch
„Wir denken oft: Das wird schrecklich. Aber was genau bedeutet schrecklich?“, sagt Felkel. Daher: Was kann schlimmstenfalls passieren? Wie wahrscheinlich ist das? Und was würdest du dann tun? „Oft wird so klar, dass man selbst im schlimmsten Fall noch Handlungsspielraum hat.“
Entscheidungshilfe 5: Wechsle in die Schaukelstuhl-Perspektive
Stell dir vor, du sitzt im hohen Alter im Schaukelstuhl und blickst auf dein Leben zurück: Welche Bedeutung hat die Entscheidung zu diesem Zeitpunkt? „Oft merkt man dabei, dass vieles, was gerade überwältigend wirkt, in vielen Jahren kaum noch relevant sein wird.“
„Die eine perfekte Entscheidung gibt es meist nicht.“