Ein unsicher dreinblickender Mann im orangefarbenen T-Shirt zuckt ratlos mit den Schultern, umgeben von geschwungenen Richtungs-Pfeilen und Fragezeichen.

Entscheidungen treffen: 5 Methoden, die wirklich helfen

Entscheidungen fallen dir schwer? Diese 5 Methoden helfen dir, Klarheit zu gewinnen, Grübelei zu stoppen und ins Handeln zu kommen.

Format:
So geht's
Autor:
Waltraud Hable
zuletzt geändert:
12.08.2026
Lesezeit:
2 Minuten

Job­wechsel, Beziehungs­fragen, ein Um­zug: Bei größeren Ver­änderun­gen schieben viele von uns Ent­scheidungen auf. „Das ist prinzi­piell nor­mal“, sagt die Klinische Psycho­login Minna Felkel von der Gemein­schaftspraxis Psychologie.8 in Wien. Proble­matisch werde es erst dann, wenn das Gedanken­karussell gar nicht mehr an­hält – und sich an der Situa­tion nichts ändert.

Entscheidungshilfe 1: Mach dir klar, was dich blockiert

Typisch ist z. B. die Angst vor einer Fehlentscheidung. „Die eine perfekte Entscheidung gibt es meist nicht“, beruhigt die Expertin. „Oft passen mehrere Möglichkeiten zu einer Person. Sie führen nur in unterschiedliche Richtungen. Wichtig ist nicht, die perfekte Wahl zu treffen, sondern eine, die sich stimmig anfühlt.“ Dazu kommen innere Konflikte. „Wir können uns sowohl Sicherheit als auch Veränderung wünschen. Beides kann gleichzeitig da sein.“

Entscheidungshilfe 2: Sortiere Fakten, Gefühle und Werte

Wer richtige Ent­scheidungen tref­fen will, sollte laut Minna Felkel drei Ebenen ge­trennt betrachten: Fak­ten, Ge­fühle und Werte. „Sie liefern unter­schiedliche Perspek­tiven, die zusammen Klar­heit er­geben.“

Fakten helfen, un­realis­tische Optionen auszu­schließen und zu zeigen, was über­haupt mög­lich ist. 

Gefühle: „Das erste Bauch­gefühl ist ein wichtiger Hin­weis, es kann aber auch von Stress und Zeit­druck beein­flusst werden“, so Felkel. „Hier hilft es, be­wusst zu reflek­tieren.“

Werte geben die lang­fristige Rich­tung vor. Was ist mir im Leben wichtig? Passt meine Ent­cheidung dazu?

Entscheidungshilfe 3: Nutze eine Entscheidungsmatrix

Als praktische Entscheidungshilfe dient eine Entscheidungsmatrix, mit der du Vor- und Nachteile übersichtlich gegenüberstellst. „Denn manch­mal gibt es auch einen Ge­winn, wenn man sich gegen eine Option ent­scheidet“, so die Psycho­login. „Und wenn man am Ende keine Ent­scheidung trifft, ist auch das eine Ent­scheidung – und manch­mal ein Hin­weis darauf, dass der Status quo im Grunde doch passt.“

Entscheidungshilfe 4: Denk den schlimmsten Fall konkret durch

„Wir denken oft: Das wird schreck­lich. Aber was genau be­deutet schreck­lich?“, sagt Felkel. Daher: Was kann schlimmsten­falls pas­sieren? Wie wahr­scheinlich ist das? Und was würdest du dann tun? „Oft wird so klar, dass man selbst im schlimmsten Fall noch Handlungs­spielraum hat.

Entscheidungshilfe 5: Wechsle in die Schaukelstuhl-Perspektive

Stell dir vor, du sitzt im hohen Alter im Schaukel­stuhl und blickst auf dein Leben zurück: Welche Be­deutung hat die Ent­scheidung zu diesem Zeit­punkt? „Oft merkt man dabei, dass vieles, was gerade über­wältigend wirkt, in vielen Jahren kaum noch rele­vant sein wird.

„Die eine perfekte Entscheidung gibt es meist nicht.“
Minnal Felkel, Psychologin

Eine junge Frau mit schulterlangen, blonden Haaren und goldenen Ohrringen lächelt freundlich in die Kamera.
Minna Felkel ist Klinische Psycholo­gin und Arbeits­psychologin in der Gemeinschafts­praxis Psychologie.8. Sie lebt und arbeitet in Wien.
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