Collage mit Porträtbild von Sasa Schwarzjirg, TV-Moderatorin und Journalistin, in einem weißen Pullover

„Meine Endometriose wurde zu spät entdeckt“

Sasa Schwarzjirg (39), TV-Moderatorin und Journalistin, erzählt von „Regel­schmerzen“, die niemand ernst nahm – bis ein Bauch­raum-Scan die Wahrheit zeigte.

Format:
Meine Story
Autor:
Waltraud Hable
zuletzt geändert:
02.01.2026
Lesezeit:
2 Minuten

„Ich war etwa 15, als – immer zum Start der Periode – so starke Krämpfe einsetzten, dass mir oft schwarz vor Augen wurde. Meine Mutter ließ mich manchmal zuhause, weil sie sah, wie schlecht es mir ging. In der Schule stieß das nicht bei allen auf Ver­ständ­nis. Meine Turn­lehrerin zwang mich einmal trotz starker Schmerzen zum Wald­lauf. Danach brach ich zusammen.

Es folgte eine Ärzt:innen-Odyssee. Endo­metriose? Kannte damals kaum jemand. Im Laufe der Jahre war ich bei sechs Gynäkolog:innen und immer wieder im Krankenhaus. Doch jede:r verschrieb mir das­selbe: „Schmerz­mittel.“ Öfter, als ich zählen kann, bin ich ins Spital ein­geliefert worden, manchmal wurde ich brutal untersucht, während ich mich vor Schmerzen krümmte. Das war für mich traumatisch.

Immer wieder hörte ich Sätze wie: „Du bist zu empfindlich.“ Viele meiner Chefinnen hatten keine Regel­schmerzen und konnten das Leiden nicht nach­voll­ziehen. Dabei war meine Schmerz­toleranz extrem hoch: Einmal lief ich monate­lang mit einem gebrochenen Mittel­fuß­knochen herum, weil ich dachte, er sei nur verstaucht. 

Erst mit 37 überwies mich ein Arzt zum Bauchraum-MRT. Da zeigte sich: Überall verwachsene Endometriose-Herde, in der Bauch­decke, Richtung Rücken und rund um die Gebär­mutter. Als ich das Aus­maß schwarz auf weiß sah, habe ich vor Erleichterung geweint.

Demnächst steht eine Operation an. Es ist nicht möglich, alle Verwachsungen zu entfernen. Aber ich hoffe zumindest auf eine Verbesserung der Schmerzen und der Begleit­erscheinungen wie Schwellungen, Magen-Darm-Krämpfe und Erbrechen.“

Sasa Schwarzjirg, TV-Moderatorin und Journalistin, hat sich entschlossen, ihre persönliche Geschichte hier öffentlich zu machen, um Awareness zu schaffen und anderen Frauen Mut zu machen.
© Felicitas Matern

Was ist Endometriose?

Rund jede zehnte Frau ist von Endo­metriose betroffen – einer chronischen Er­krankung, bei der gebär­mutter­schleim­haut­ähnliches Gewebe außerhalb der Gebär­mutter wächst. Die Folge: Schmerzen, Entzündungen, Ver­wachsungen bis zu möglicher Un­frucht­bar­keit. Bei der Hälfte der Betroffenen kehrt nach einer Gewebs­entfernung die Krank­heit wieder zurück. Eine Studie zeigt: Rund drei von vier Betroffenen werden zunächst falsch diagnostiziert.

Geh in ein Endometriose-Zentrum, wenn …

  • deine Regel­schmerzen außer­gewöhnlich stark sind.
  • du Schmerzen beim Geschlechts­verkehr hast.
  • chronische Unter­bauch­schmerzen bestehen.
  • es trotz Kinder­wunsch nicht klappt.