Was tun bei einer Panikattacke?
Kennst du das Gefühl? Dein Herz rast. Du ringst um Luft und deine Gedanken färben die Psyche schwarz. Gut möglich, dass du eine Panikattacke erlebt hast.
IN DIESEM TEXT ERFÄHRST DU, …
- wie du eine Panikattacke erkennst und von einem Herzinfarkt unterscheidest.
- welche Sofortmaßnahmen helfen und wie du vorbeugen kannst.
- wann es Zeit ist, professionelle Hilfe zu holen.
Rund zehn Minuten dauert eine klassische Panikattacke – dann ist der Spuk in der Regel wieder vorbei. Bis zu 20 Prozent der Menschen erleiden zumindest einmal im Leben eine Panikattacke. Treten diese allerdings regelmäßig auf, spricht man von einer „Panikstörung“, die therapeutisch behandelt werden sollte.
Wir wollen dir helfen, die Anzeichen einer Panikattacke richtig zu deuten, vorzubeugen und – wenn sie sich nicht verhindern lässt – möglichst souverän mit ihren Symptomen umzugehen.
Herzinfarkt oder Panikattacke?
Wer noch nie eine Panikattacke hatte, kann sie durchaus mit einem Herzanfall verwechseln: Beide erzeugen ein Gefühl der Enge in der Brust. Einer der wichtigsten Unterschiede: Ein Herzinfarkt tritt oft bei körperlicher Anstrengung auf, während eine Panikattacke uns bevorzugt in ruhigen Momenten heimsucht – etwa während einer Grübelei vor dem Einschlafen oder kurz vor einer als stressig empfundenen Situation, wie z. B. einer Spritze beim Arzt. Und: Während der Herzinfarkt eskaliert, klingt die Panikattacke in der Regel von allein wieder ab.
Im Zweifel hol dir unbedingt ärztliche Hilfe!
5 Zeichen für eine drohende Panikattacke
Du hattest noch nie eine Panikattacke und würdest gerne wissen, wie sie sich anbahnt? Diese Anzeichen weisen darauf hin:
- Gefühl, keine Luft zu bekommen
- Übermäßiges Schwitzen
- Beschleunigter Herzschlag
- Panik oder Angst – nicht notwendigerweise aus der akuten Situation begründet
- Zusammengeschnürter Brustkorb, Schwindel, das Gefühl, zu sterben, zu ersticken beziehungsweise „die Kontrolle zu verlieren“ oder „verrückt zu werden“
5 Maßnahmen, wenn die Panikattacke kommt
Wenn du regelmäßig Panikattacken erlebst, könnte eine Angststörung zugrunde liegen, die du von professionellen Therapeut:innen behandeln lassen solltest. Handelt es sich aber um ein seltenes oder einmaliges Ereignis, können folgende Maßnahmen helfen:
Suche die Nähe einer Vertrauensperson – idealerweise jemand, der dich durch die Attacke begleitet, hält und beruhigt.
Stellung des Kindes – wer nicht gerade im vollbesetzten Büro oder der U-Bahn ist, kann die Yoga-Pose „Stellung des Kindes“ einnehmen. Diese Körperhaltung, bei der man sich zusammenfaltet wie ein Embryo, beruhigt.
Zurücklehnen – im Büro oder öffentlichen Raum kann es helfen, den Körper an etwas Festem – etwa dem Bürostuhl – zu verankern. Zurücklehnen, die feste Lehne spüren, regelmäßig atmen.
Kaltes Wasser und frische Luft – spritz dir kaltes Wasser ins Gesicht oder öffne ein Fenster und atme die frische Luft ein.
Betrachte dich „von außen“ – versuche nicht, die Attacke zu bekämpfen. Betrachte sie stattdessen von außen wie ein:e Wissenschaftler:in und sage dir dazu: „So geht mein Körper mit Stress um. Ich erkenne das und weiß, dass ihm diese Reaktion hilft.“
4 Hausmittel, um Panikattacken vorzubeugen
Es gibt eine Reihe von Lebens- und Genussmitteln, die Panikattacken begünstigen. Ein Verzicht darauf kann helfen. Zusätzlich lassen sich beruhigende Verhaltensweisen lernen:
- Verzicht auf Koffein, Alkohol und Nikotin – was anregt, kann zu Stress und damit auch zu Panikattacken führen. Dies gilt vor allem für Koffein. Solltest du öfter Panikattacken haben, probiere, auf Kaffee und Schwarztee zu verzichten.
- Ein stabiler Blutzuckerspiegel – Hungerkuren (Blutzuckerabfall) können Panikattacken ebenso begünstigen wie größere Mengen von Süßigkeiten (erhöhte Adrenalinausschüttung).
- Ausreichend Schlaf – du kennst das: Je weniger du schläfst, desto größer erscheinen dir bevorstehende Aufgaben und Probleme. Umgekehrt gehst du ausgeschlafen mit jeder Situation relaxter um. Hier findest du 10 Tipps für eine bessere Schlafhygiene.
- Regelmäßiger Sport – klingt banal, hilft aber wirklich: Durch kräftige Bewegung wie Radfahren oder Laufen baut der Körper überschüssige Energie ab. Der Organismus entspannt anschließend automatisch.