Besser schlafen – 10 Tipps für eine gute Schlafhygiene
Ausreichend Schlaf steigert die Leistungsfähigkeit, verbessert die Stimmung und stärkt das Immunsystem.
IN DIESEM ARTIKEL ERFÄHRST DU, …
- warum Stress und ständige Erreichbarkeit den Schlafrhythmus stören und wie du abends „abschalten“ kannst.
- welche 10 wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse deine Schlafqualität verbessern.
- wie sleep² und ähnliche Apps dein Schlafverhalten analysieren und optimieren können.
Na, letzte Nacht gut geschlafen? Falls nicht, bist du damit nicht allein. Denn Einschlafprobleme sind weit verbreitet – ungefähr ein Drittel aller Studienteilnehmer:innen der „Wie schläft Österreich?“-Studie der Universität Salzburg gab an, davon betroffen zu sein. „Das reicht von Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen bis zu Apnoe, also Atemaussetzern, die auch richtig gefährlich sein können“, erklärt Studienleiter und Schlafforscher Manuel Schabus.
Aber woran liegt das? „Die Hauptursache ist oft Stress. Wir können einfach nicht abschalten, befinden uns im permanenten Krisenmodus und nehmen die Sorgen des Tages mit ins Bett.“ Das Hirn rattert und der Gedanke „Ich muss jetzt endlich einschlafen“ ist auch nicht gerade hilfreich.
Leichter einschlafen – 10 Tipps
Was also tun, um Schlafprobleme zu lösen und ruhiger zu schlafen? Mit diesen Tipps kannst du deine Schlafqualität verbessern.
Tipp 1: Langsam ruhiger werden
Stress ist oft der Hauptgrund, warum wir nur schwer einschlafen oder uns im Schlaf nicht richtig erholen. Ein Entspannungsritual vor dem Schlafengehen kann einen echten Unterschied machen. Atemübungen, Meditation oder progressive Muskelentspannung helfen, den Geist zu beruhigen. Probiere aus, was für dich am besten funktioniert: Schließe die Augen, atme ruhig ein und aus und unternimm eine Fantasiereise im Kopf. Auch Entspannungsmusik oder ein Buch können dir abends helfen, runterzukommen.
Tipp 2: Blaues Licht am Abend reduzieren
Du scrollst vor dem Zu-Bett-Gehen am Handy oder schaust YouTube-Videos? Schlechte Idee! Denn das Blaulicht des Bildschirms hemmt die Produktion von Melatonin. Als Schlafhormon sorgt es dafür, dass wir müde werden und besser schlafen. Am besten vermeidest du mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen sämtliche Bildschirme – auch Tablet und Fernseher – oder nutzt Blaulichtfilter. Einige Brillen filtern zwar Blaulicht, doch Studien zeigen bisher keinen klaren Vorteil für die Schlafhygiene.
Tipp 3: Schlafroutine verbessern
Geh möglichst zur gleichen Zeit ins Bett und steh zur gleichen Zeit auf – auch am Wochenende. Das kann langfristig Schlaf verbessern. Daran liegt’s: Jeder Mensch hat einen Biorhythmus, auch zirkadianer Rhythmus genannt. Er regelt den Tagesablauf und wirkt sich nicht nur auf den Schlaf, sondern auch auf andere Vorgänge im Körper wie die Verdauung, den Blutdruck oder die Körpertemperatur aus. Ist unsere „innere Uhr“ gestört, leidet unsere Leistungsfähigkeit und wir sind auch anfälliger für Krankheiten.
Tipp 4: Leichte Kost am Abend
Schwere Mahlzeiten kurz vor dem Schlafen belasten den Verdauungstrakt und können zu Einschlafproblemen führen. Idealerweise isst man die letzte größere Mahlzeit etwa zwei bis drei Stunden vor dem Zubettgehen und meidet sehr Fettiges, Rohkost oder Hülsenfrüchte. Kleine, eiweißreiche Snacks – etwa Joghurt, ein paar Nüsse oder etwas Hafer – können dagegen sogar leicht schlaffördernd wirken.
Tipp 5: Koffein und Alkohol meiden
Auch Getränke beeinflussen deine Schlafhygiene: Aufputschende Drinks wie Kaffee, Cola oder Energydrinks solltest du abends meiden. Das gleiche gilt für Alkohol: Abends noch ein Achterl Wein zum Runterkommen – für viele ist das ein schönes Ritual. Mit Alkohol schlafen wir vielleicht schneller ein, der Schlaf ist danach aber unruhig und die REM-Phase, in der unser Gehirn Emotionen verarbeitet und Gedächtnisspuren abspeichert, wird kürzer.
Tipp 6: Schlafzimmer optimieren
Was tun, wenn man nicht schlafen kann? Auch darauf achten, wie warm, laut und hell dein Schlafzimmer ist. Idealerweise sollte es dort nämlich kühl, dunkel und absolut ruhig sein. Ohrstöpsel, Verdunkelungsvorhänge oder eine Schlafmaske können auf die Schnelle helfen. Sorge jedenfalls für eine angenehme Schlafumgebung, denn so förderst du die erholsamen Tiefschlafphasen.
Wie viel Schlaf brauchen wir?
Wie viele Stunden Schlaf du brauchst, um erholt aufzuwachen, ist individuell und ändert sich außerdem mit dem Alter. Neugeborene benötigen bis zu 18 Stunden, Schulkinder neun bis elf, Jugendliche acht bis zehn und Erwachsene kommen mit etwa sieben bis neun Stunden aus. Übrigens: Ungefähr ein Drittel unseres Lebens verschlafen wir.
Tipp 7: Nur müde ins Bett
Eh klar und doch hilfreich: Geh erst dann ins Bett, wenn du wirklich müde bist und steh lieber auf, wenn du nach 20 Minuten nicht einschlafen konntest. Langes Hin- und Herwälzen bringt nichts. Mach stattdessen etwas, das dich entspannt, und versuch es dann erneut. Vielen hilft ein Schlaftagebuch, in denen sie die Gedanken, Sorgen oder To-dos des kommenden Tages aufschreiben. So sind sie abgelegt und du kannst leichter loslassen.
Tipp 8: Untertags auspowern
Beim Wanderurlaub oder nach dem Umzugstag bist du erschöpft ins Bett gefallen und hast tief geschlafen. Wir alle spüren, dass körperliche Aktivität unsere Schlafqualität verbessert – und Studien belegen diesen Effekt. Wer regelmäßig Sport treibt, schläft leichter ein als Menschen, die sich wenig bewegen. Das zeigt beispielsweise eine Studie der Universität Reykjavík.
Tipp 9: Schlaftherapie via App
Auch eine Schlaftherapie kann sinnvoll sein, um wohltuende Routinen zu entwickeln. Therapeut:innen sind aber Mangelware. „Es gibt kaum nicht-pharmakologische Schlaftherapien“, berichtet Manuel Schabus. „Im Salzburger Raum weiß ich nur von zwei Personen, die eine solche professionell anbieten. Entsprechend lang sind die Wartezeiten.“ So entstand die Idee zu einer App, die Schlaftracking mit einem achtwöchigen Therapieprogramm kombiniert. „Unsere sleep²-App ist als Medizinprodukt zertifiziert und ermittelt die Schlafphasen mit einer Genauigkeit von 95 Prozent“, so Schabus über die Anwendung, für die ein Algorithmus mit Zehntausenden Daten aus dem Schlaflabor trainiert wurde. Mitunter eine Möglichkeit, Schlafprobleme zu lösen.
Tipp 10: Wearables mit Bedacht nutzen
Deinen Schlaf zu tracken, kann aufschlussreich sein. Dabei werden Tiefschlaf, REM-Phase und Co. ohne große Verkabelung gemessen. Doch es gibt Nachteile: Die meisten Smartwatches sind Lifestyle-Produkte und erfassen die Daten nur ungenau. „Standardnächte können sie meist gut tracken, besonders gute oder schlechte Nächte sind für die Geräte hingegen schwierig – in Wirklichkeit sind die Auswertungen oft ein Dschungel an Desinformation“, so Manuel Schabus. Auch die obsessive Beschäftigung mit dem eigenen Schlaf, die sogenannte Orthosomie, kann uns den Schlaf rauben.
Besser schlafen mit der Aumio-App für Kinder
Die Wiener Städtische Versicherung bietet mit ihrem Kooperationspartner Aumio eine speziell für Kinder entwickelte App mit Meditations- und Entspannungsübungen an, die beim Ein- und Durchschlafen hilft.
Die App wurde von Psycholog:innen entwickelt, ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich bestätigt. Eine Gratisversion steht im App-Store zur Verfügung. Kund:innen mit einer Privatarztversicherung der Wiener Städtischen, die Leistungen aus Psychotherapie durch Therapeut:innen beinhaltet, erhalten – im Rahmen der Jahreshöchstleistung – ein kostenloses Aumio-Jahres-Abo, das sämtliche Zusatzfeatures beinhaltet.