Collage mit grünem Polstersessel auf lila Hintergrund und gepolsterter Oberfläche

Gut vorbereitet ins erste Therapiegespräch

Du hast ein psycho­therapeutisches Erst­gespräch vereinbart – und fragst dich, was dabei passiert? Diese 10 Fragen helfen dir beim Einstieg.

Format:
Checkliste
Autor:
Arndt Müller
zuletzt geändert:
02.01.2026
Lesezeit:
2 Minuten

Ein Erst­gespräch in der Psycho­therapie ist mehr als ein Kennenlernen. Es ist der Moment, in dem du spürst: Passt diese Person zu mir? Fühle ich mich sicher? Kann ich mir vorstellen, mich ihr gegen­über zu öffnen? Gleich­zeitig kann dir die:der Therapeut:in bei der Ein­schätzung helfen, ob und in welcher Form eine Therapie sinn­voll für dich ist.

Ein junger Mann und eine Frau sitzen sich in einem hellen Raum gegenüber und sprechen miteinander. Im Hintergrund stehen eine Grünpflanze und eine Lampe.
Über die eigenen Gefühle sprechen, sich selbst besser kennenlernen und Lösungen finden: Eine Psychotherapie kann der Weg zu einer besseren Lebensqualität sein.
© Shutterstock/VH-Studio

Zur Orientierung findest du hier eine persönliche Checkliste mit zehn Fragen, die du dir vor oder während des Erst­gesprächs stellen kannst:

Fühle ich mich mit dieser Person sicher?

Vertraust du deiner Intuition? Ein warmes, akzeptierendes Gefühl ist oft wichtiger als einfache Sympathie. Du darfst nach dem ersten Gespräch auch „Nein“ sagen.

Ist die Methode für mich stimmig?

Frage ruhig nach dem psycho­therapeutischen Ansatz (z. B. Verhaltens­therapie, Integrative Therapie etc.) – und wie er konkret funktioniert.

Wie läuft die Therapie ab – inhaltlich und organisatorisch?

Wie oft finden die Sitzungen statt? Wie lange dauern sie? Was könnte das Therapie­ziel sein? Auch der Rahmen zählt.

Was kostet die Therapie – und wird etwas von der Kasse übernommen?

Informiere dich über das Honorar und frage, ob die:der Therapeut:in vielleicht sogar einen offenen Kassen­platz hat. Wenn du eine private Kranken­versicherung hast, erkundige dich am besten auch dort nach der Kosten­über­nahme.

Darf ich alles sagen?

Ja. Und wenn es schwer­fällt, darfst du genau das auch sagen. Es ist okay, mit Scham, Wut oder Tränen in ein Erst­gespräch zu kommen. Aber es ist auch okay, dich nicht zu öffnen, wenn du kein Vertrauen hast!

Gibt es Schweigepflicht?

Ja – mit ganz wenigen Aus­nahmen. Die:der Therapeut:in wird dich am Anfang darüber aufklären.

Gibt es Warte­zeiten oder ein nächstes freies Zeit­fenster?

Einige Therapeut:innen sind ausgelastet – frage ruhig nach, wann eine laufende Therapie beginnen könnte.

Habe ich das Gefühl, dass ich hier wachsen kann?

Therapie ist nicht immer angenehm – aber sie soll dich unter­stützen, stärker und freier zu werden. Wenn du das Gefühl hast, dass du in diesem Setting und mit der Unter­stützung dieser Person wachsen kannst, lohnt es sich, weiter­zu­gehen.

Warum bin ich eigentlich hier?

Du brauchst keine fertige Diagnose – aber es hilft, zu wissen, was dich genau belastet. Stichworte wie „ständige Erschöpfung“, „Angst, zu scheitern“ oder „nicht abschalten können“ reichen völlig.

Was wünsche ich mir von der Therapie?

Willst du besser mit Stress umgehen, deine Gefühle verstehen oder eine schwere Phase durch­stehen? Klar geäußerte Erwartungen helfen dir – und auch deinem Gegen­über.

Fazit

Du brauchst keinen Plan, um eine Therapie zu beginnen. Aber du darfst Fragen stellen – und solltest auf dein Gefühl hören. Mit der richtigen Vorbereitung kannst du das Erst­gespräch als Chance sehen: für Klar­heit, Orientierung – und vielleicht deinen ersten Schritt in Richtung Veränderung.