Sommerhitze: Was du gegen das Schwitzen tun kannst
Mit einigen einfachen Maßnahmen kannst du das Schwitzen in den Griff bekommen.
Auch wenn es sich oft unangenehm anfühlt: Schwitzen ist eine normale Körperfunktion. „Wenn unser Körper richtig arbeitet, dient es der Thermoregulation und gleicht Hitze aus. Auf der Hautoberfläche hilft es uns außerdem, die Haut von Talg und Rückständen zu befreien“, erklärt Stefan Steiner, ehemaliger Krankenpfleger und Gründer der Anti-Schweiß-Marke DON’T CALL IT DEO®.
Daneben gibt es noch das stressbedingte Schwitzen. Diese Form des Schwitzens hat mehr mit unseren Emotionen als mit der Außentemperatur zu tun. In diesem Fall sorgen unsere Nerven dafür, dass sich unsere Blutgefäße erweitern, wenn wir aufgeregt sind.
Dass wir im Sommer mehr schwitzen als im Winter, liegt auf der Hand. Dennoch lässt es sich durch unser Verhalten bis zu einem gewissen Grad steuern.
Tipp gegen das Schwitzen: Auf die Ernährung und Getränke achten
Generell gilt: Alkohol, Rauchen und scharfes Essen verstärken das Schwitzen. Gewürze wie Curry, Chili oder Pfeffer sind also im Sommer keine gute Idee, das gilt genauso für eine große Menge von künstlichen Süßstoffen, wie wir sie in Light-Getränken finden. Auch Kaffee sollte reduziert werden. Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate machen es vor: Dort trinken die Menschen kein eiskaltes Wasser, sondern lauwarmen Tee. „Auf diese Art muss der Körper keine zusätzliche Energie aufwenden, um die extremen Temperaturen auszugleichen“, berichtet Steiner. Die Alternative: Salbeitee oder Salbeipräparate aus der Apotheke. Die enthaltenen Pflanzenstoffe können die Aktivität der Schweißdrüsen leicht hemmen und so übermäßiges Schwitzen reduzieren. Menschen, die das eine oder andere Kilo zu viel auf den Rippen haben, schwitzen ebenfalls mehr. Vor dem Sommer abzuspecken, kann also in mehrfacher Hinsicht sinnvoll sein. Vergiss dabei aber nicht, deine Flüssigkeitsspeicher aufzufüllen: Erfahre hier, wie du im Sommer und im Alltag richtig trinken kannst und welche Regeln dabei wichtig sind.
Tipp gegen das Schwitzen: Geeignete Kleidung tragen
Wenn es draußen heiß ist, empfiehlt es sich, weite Kleidung zu tragen. Das hat allein schon den Vorteil, dass man das Schwitzen weniger sieht. Befindet sich zwischen der Kleidung und der Haut ein Lufthohlraum, kann der Schweiß schneller verdunsten. Was du auf jeden Fall vermeiden solltest, sind synthetische Stoffe. Mit Abstand am besten eignen sich Baumwoll- und Leinenprodukte, da bei ihnen der Luftaustausch am besten funktioniert.
Tipp gegen das Schwitzen: Für eine gute Körperhygiene sorgen
Beim Duschen verhält es sich ähnlich wie mit dem Trinken: Warm aktiviert den Körper, eiskalt führt nur dazu, dass man schneller wieder schwitzt. Für manche sind Wechselduschen eine gute Variante. „Einmal täglich duschen reicht, die Uhrzeit spielt keine Rolle“, betont Steiner. Wichtig ist, den Achselbereich regelmäßig zu reinigen. Dann kann sich der unangenehme Schweißgeruch, der entsteht, wenn Schweiß und Hautschuppen von Bakterien zersetzt werden, viel schwerer entwickeln. „Deos überdecken den Geruch übrigens nur. An der Ursache, nämlich dem Schwitzen, ändern sie nichts“, erläutert Steiner.
Was hilft sonst noch gegen starkes Schwitzen?
Wenn du ohne ersichtlichen Grund auffällig stark schwitzt, ist eine Abklärung in einer Arztpraxis angezeigt. In seltenen Fällen kann auch eine Krankheit dahinterstecken. Manchmal ist das starke Schwitzen selbst die Krankheit, nämlich dann, wenn es weit über das zur Temperaturregulation notwendige Maß hinausgeht und die Lebensqualität stark einschränkt. Man spricht in diesem Fall von Hyperhidrose.
Die erwähnten Tipps reichen für die Betroffenen oft nicht mehr aus. Für sie kommen sogenannte Antitranspirantien infrage. „Antitranspirantien enthalten den Wirkstoff Aluminium. Der kann sich in den Schweißdrüsen festsetzen, wodurch ein Gel entsteht, das sich über die Schweißdrüsen legt. Das Schwitzen wird so verhindert“, erklärt Steiner.
Deutlich invasivere und teurere Maßnahmen sind Botoxbehandlungen oder im Extremfall sogar das Absaugen der Schweißdrüsen oder eine Parasympathikus- beziehungsweise Sympathikus-Blockade.