Eine Frau mit dunklen Locken liegt entspannt auf einem Sofa und fächelt sich mit einem hellblauen Handfächer Luft zu.

Sommer­hitze: Was du gegen das Schwitzen tun kannst

Mit einigen einfachen Maßnahmen kannst du das Schwitzen in den Griff bekommen.

Format:
So geht's
Autor:
Sonja Warter
zuletzt geändert:
05.08.2026
Lesezeit:
3 Minuten

Auch wenn es sich oft unan­genehm anfühlt: Schwitzen ist eine normale Körper­funktion. „Wenn unser Körper richtig arbeitet, dient es der Thermo­regulation und gleicht Hitze aus. Auf der Haut­ober­fläche hilft es uns außer­dem, die Haut von Talg und Rück­ständen zu befreien“, erklärt Stefan Steiner, ehe­maliger Kranken­pfleger und Gründer der Anti-Schweiß-Marke DON’T CALL IT DEO®.

Daneben gibt es noch das stress­bedingte Schwitzen. Diese Form des Schwitzens hat mehr mit unseren Emotionen als mit der Außen­temperatur zu tun. In diesem Fall sorgen unsere Nerven dafür, dass sich unsere Blut­gefäße erweitern, wenn wir auf­geregt sind.

Dass wir im Sommer mehr schwitzen als im Winter, liegt auf der Hand. Dennoch lässt es sich durch unser Ver­halten bis zu einem gewissen Grad steuern.

Tipp gegen das Schwitzen: Auf die Ernäh­rung und Getränke achten


Generell gilt: Alkohol, Rauchen und scharfes Essen verstärken das Schwitzen. Gewürze wie Curry, Chili oder Pfeffer sind also im Sommer keine gute Idee, das gilt genauso für eine große Menge von künst­lichen Süß­stoffen, wie wir sie in Light-Getränken finden. Auch Kaffee sollte reduziert werden. Länder wie die Ver­einigten Ara­bischen Emirate machen es vor: Dort trinken die Menschen kein eis­kaltes Wasser, sondern lau­warmen Tee. „Auf diese Art muss der Körper keine zusätz­liche Energie aufwenden, um die extremen Tempe­raturen aus­zugleichen“, berichtet Steiner. Die Alter­native: Salbei­tee oder Salbei­präparate aus der Apo­theke. Die ent­haltenen Pflanzen­stoffe können die Aktivi­tät der Schweiß­drüsen leicht hemmen und so über­mäßiges Schwitzen redu­zieren. Menschen, die das eine oder andere Kilo zu viel auf den Rippen haben, schwitzen eben­falls mehr. Vor dem Sommer abzu­specken, kann also in mehr­facher Hinsicht sinnvoll sein. Vergiss dabei aber nicht, deine Flüssigkeitsspeicher aufzufüllen: Erfahre hier, wie du im Sommer und im Alltag richtig trinken kannst und welche Regeln dabei wichtig sind.

Tipp gegen das Schwitzen: Geeig­nete Kleidung tragen


Wenn es draußen heiß ist, empfiehlt es sich, weite Klei­dung zu tragen. Das hat allein schon den Vor­teil, dass man das Schwitzen weniger sieht. Befindet sich zwischen der Klei­dung und der Haut ein Luft­hohl­raum, kann der Schweiß schnel­ler verdunsten. Was du auf jeden Fall vermei­den solltest, sind synthe­tische Stoffe. Mit Abstand am besten eignen sich Baum­woll- und Leinen­produkte, da bei ihnen der Luft­aus­tausch am besten funktio­niert.

Tipp gegen das Schwitzen: Für eine gute Körper­hygiene sorgen


Beim Duschen verhält es sich ähn­lich wie mit dem Trinken: Warm akti­viert den Körper, eis­kalt führt nur dazu, dass man schneller wieder schwitzt. Für manche sind Wechsel­duschen eine gute Variante. „Ein­mal täglich duschen reicht, die Uhr­zeit spielt keine Rolle“, betont Steiner. Wichtig ist, den Achsel­bereich regel­mäßig zu reinigen. Dann kann sich der unan­genehme Schweiß­geruch, der entsteht, wenn Schweiß und Haut­schuppen von Bak­terien zersetzt werden, viel schwerer entwickeln. „Deos über­decken den Geruch übrigens nur. An der Ursache, nämlich dem Schwitzen, ändern sie nichts“, erläutert Steiner.

Ein lächelnder Mann mit Brille und einfarbigem Hemd trägt ein Stethoskop um den Nacken und blickt direkt in die Kamera.
Stefan Steiner, Gründer der Anti-Schweiß-Marke DON’T CALL IT DEO®, ist diplo­mierter Gesund­heits- und Kranken­pfleger und kennt die Heraus­forderun­gen rund um starkes Schwitzen aus eigener Erfahrung.
© DON’T CALL IT DEO®

Was hilft sonst noch gegen starkes Schwitzen?

Wenn du ohne ersicht­lichen Grund auf­fällig stark schwitzt, ist eine Abklärung in einer Arzt­praxis angezeigt. In seltenen Fällen kann auch eine Krank­heit dahinter­stecken. Manch­mal ist das starke Schwitzen selbst die Krank­heit, nämlich dann, wenn es weit über das zur Tem­peratur­regulation not­wendige Maß hinaus­geht und die Lebens­qualität stark ein­schränkt. Man spricht in diesem Fall von Hyper­hidrose.

Die erwähnten Tipps reichen für die Betroffenen oft nicht mehr aus. Für sie kommen sogenannte Anti­trans­pirantien infrage. „Anti­trans­pirantien enthalten den Wirk­stoff Alu­minium. Der kann sich in den Schweiß­drüsen fest­setzen, wodurch ein Gel entsteht, das sich über die Schweiß­drüsen legt. Das Schwitzen wird so ver­hindert“, erklärt Steiner.

Deutlich inva­sivere und teurere Maß­nahmen sind Botox­behand­lungen oder im Extrem­fall sogar das Absaugen der Schweiß­drüsen oder eine Para­sympa­thikus- beziehungs­weise Sympa­thikus-Blockade.