Collage mit grünem Obst und Gemüse wie Avocado, Kohlsprossen, Zuckererbsenschoten und einem Apfel

Obst und Gemüse gründlich reinigen

Schmutz, Keime, Pestizide: So wird dein Grünzeug porentief rein.

Format:
Wissen
Autor:
Arndt Müller
zuletzt geändert:
02.01.2026
Lesezeit:
3 Minuten

IN DIESEM TEXT ERFÄHRST DU, ...

  • dass gründliches Hände­waschen wichtig ist, damit du die Lebens­mittel nicht selbst verun­reinigst.
  • dass du Obst und Gemüse auch vor dem Schälen waschen solltest.
  • dass Backpulver ein wirksames Mittel ist.

„Kind – iss mehr Obst und Gemüse!“ Wir alle wissen, unsere Eltern hatten recht. Und zum Glück ist das Angebot heutzutage rund ums Erntejahr groß. Das Problem nur: Schmutz. Zwar kommen viele Früchte und Gemüsearten schon vorgereinigt in den Handel. Das heißt aber nicht, dass sie wirklich sauber sind. Weder im Wachstum, beim Ernten, Verpacken oder Transport geht es wirklich keimfrei zu, zudem sind die guten Stücke oft noch mit Rückständen von Pestiziden belastet. Wie bekommt man das also am besten runter? Und was sagt die Wissenschaft dazu?

Kaltes, klares Wasser

Der wichtigste Tipp: Wasch dir die Hände, bevor du mit der Reinigung des Grünzeugs beginnst. Und zwar gründlich 20 Sekunden mit Seife. So vermeidest du, Obst und Gemüse noch mehr zu kontaminieren. Anschließend braust du Früchte und Gemüse­pflanzen, sofern möglich, kräftig mit kaltem Wasser ab. Bei härteren Sorten kannst du ruhig energisch mit den Händen reiben, bei weichen Früchten wie Erdbeeren gehst du natürlich sanfter zur Sache. Gleiches gilt fürs anschließende Trocknen mit einem sauberen Handtuch oder einem Stück Küchenrolle. Die Reibung sorgt dafür, dass auch hartnäckige Schmutz- oder Pestizid­rückstände entfernt werden. Und: Wichtig ist, dass du die Stücke erst unmittelbar vor der Weiterverarbeitung oder dem Verzehr reinigst. Warum? Feuchte Stellen oder Druckstellen, die beim Waschen entstehen, ziehen erst recht Mikro­organismen an.

Wer in puncto Pestizidbelastung ganz sichergehen will, greift zu Bioware.

Spülbecken und -mittel verboten

Gewaschen wird übrigens auch vor dem Schälen, weil sonst das Messer alles, was vorher auf der Schale war, in die Frucht oder das Gemüse drückt. Und: Bitte nicht mit Geschirr­spülmittel waschen. So wird das Grünzeug zwar „sauberer“, dafür können Spülmittelrückstände ins Innere gelangen. Das schmeckt scheußlich – und ist auch nicht gerade gesund. Klares Wasser ist die beste Option. 

Empfindliche Früchte wie Himbeeren legst du nur kurz in ein Bad aus kaltem Wasser. Aber Obacht: Nicht zu lang, sonst saugen sich die Beeren mit Wasser voll. Außerdem befördert dieses Wasser dann erst recht Keime oder Pestizide, die vorher nur auf der Frucht waren, in die Frucht. Nimm zum „Baden“ eine saubere Schüssel, denn auch dein Spülbecken ist in den seltensten Fällen wirklich „rein“.

Geheimtipp: Backpulver

Apropos Wasserbad: US-Forscher:innen haben herausgefunden, mit welcher Waschmethode sich Pestizide besonders gut entfernen lassen. Dazu besprühten sie Äpfel testweise mit den zwei auch in der EU zugelassenen Pestiziden Thiabendazol und Phosmet. Anschließend badeten sie die Äpfel in diversen Lösungen. Am besten schnitt dabei ein Wasserbad mit Natriumhydrogencarbonat ab, also Natron, welches auch in Backpulver enthalten ist. Damit wurden bis zu 80 Prozent der Rückstände entfernt. Dafür mussten die Früchte allerdings bis zu 15 Minuten im Bad liegen. Die Methode lässt sich also daheim durchführen, aber nur mit robustem Grünzeug. Wer in puncto Pestizidbelastung ganz sichergehen will, greift zu Bioware. Zwar können auch Biolandwirte nicht ganz auf Spritzmittel verzichten, aber zumindest sind diese natürlichen Ursprungs.