Nahaufnahme einer Hand, die vorsichtig über den Rücken streicht, auf dem drei dunkle Muttermale zu sehen sind.

Hautkrebs Erfahrungs­bericht: „Ich hatte den Fleck gar nicht beachtet“

Marije Kruis war erst 30, als sie die Diagnose „Melanom“ bekam. Später gründete sie „Spot the Dot“, um junge Menschen über das Thema auf­zuklären.

Format:
Meine Story
Autor:
Sonja Warter
zuletzt geändert:
10.06.2026
Lesezeit:
2 Minuten

„Bei einem Kaffee mit einem Freund fiel ihm der sehr dunkle Fleck auf meinem Unter­schenkel auf. Er riet mir, das Mutter­mal untersuchen zu lassen. Ich selbst hatte es davor gar nicht beachtet. Glück­licher­weise habe ich auf ihn gehört, denn das ‚Mutter­mal‘ stellte sich als Melanom heraus. Umgangs­sprachlich wird es auch als ‚schwarzer Haut­krebs‘ bezeichnet. Derma­tolog:innen schätzen den Begriff weniger, da Melanome auch haut­farben oder hell sein können.

Eine junge Frau mit hellen Haaren blickt nach oben und hält ihre Hand schützend gegen das Sonnenlicht, sodass ein Schatten auf ihr Gesicht fällt.
Die Gründerin von „Spot the Dot“ Marije Kruis verbindet Gaming mit Haut­krebs­auf­klärung.
© Spot the Dot/Tim Cavadini

Ein Spiel für Hautkrebs­erkennung? Ja, bitte!

Nach meiner Diagnose merkte ich, wie viele Fehl­annahmen und Miss­verständ­nisse es rund um Haut­krebs gibt und dass in meinem Umfeld kaum jemand regel­mäßig seine Haut kontrolliert. Da wurde mir klar, wie groß der Bedarf an besserer Auf­klärung ist. Deshalb habe ich 2015 ‚Spot the Dot‘ gegrün­det. Meine Idee war, Haut­krebs­vor­sorge so zu gestalten, dass sie auch junge Menschen erreicht: kreativ, positiv und nahbar. Krebs­bewusst­sein darf auch Spaß machen. Sie muss keine Angst ver­breiten.

Ich spiele selbst total gerne Games und habe früher lange für das PlayStation-Magazin gear­beitet. Deshalb habe ich beschlossen, ein kleines browser­basiertes Spiel zu ent­wickeln, mit dem man die ABCDE-Regel auf spiele­rische Weise lernen kann. Es ist in zehn Sprachen verfügbar. Jede:r kann ‚Check das Mal‘ auf der Spot-the-Dot-Website kostenlos spielen.

Eine unserer bekann­testen, lang­fristigen Kampag­nen ist ,Faster Than Skin­cancer‘. Wir haben auch ein Buch­projekt umgesetzt, ‚Spotted Realities‘, in dem Geschich­ten und Perspek­tiven rund um das Melanom geteilt werden. Dazu kommen Streetart-Kolla­bora­tionen, Aus­stellungen, Filme und Anima­tionen.

Kürzlich haben wir auch eine Kampagne für Skater:innen mit dem Titel ‚Seek Shade and Destroy‘ umge­setzt. Sie ist eine spiele­rische Anspie­lung auf die Skate- und Pop­kultur, kombi­niert mit einer klaren Bot­schaft: Such dir Schatten und schütze deine Haut.

Mir war es immer wichtig, verschie­dene kreative Zugänge zu schaffen: Kunst, Design, Sport, digitale Formate. Alles, was Menschen berührt und sie dazu bringt, ihre Haut zu checken und darüber zu sprechen.

 

Porträt einer lächelnden Frau mit blonden Haaren, die eine schwarze Schiffermütze trägt.
„Krebsbewusstsein darf Spaß machen.“
Marije Kruis
© Spot the Dot/Tim Cavadini
Wissen

Was ist ein Melanom?

Ein Melanom ist die aggressiv­ste und gefähr­lichste Form von Haut­krebs, weil es streuen und weitere Organe mit Krebs befallen kann. Je früher es ent­deckt wird, desto besser sind die Heilungs­chancen.

Was ist die ABCDE-Regel?
Die ABCDE-Regel hilft, auf­fällige Mutter­male zu erkennen:

  • A wie Asym­metrie, die Hälften sehen unter­schiedlich aus.
  • B wie Begren­zung, der Rand ist unregel­mäßig oder ausge­franst.
  • C wie Colour, also ungleich­mäßige oder mehrere Farben.
  • D wie Durch­messer, größer als etwa sechs Milli­meter.
  • E wie Ent­wicklung, es verändert sich, wächst, juckt oder blutet.

Ganz wichtig: Neue oder auf­fällige Mutter­male sollten immer ärzt­lich unter­sucht werden.

ABCDE-Regel lernen & Melanome erkennen

Wenn dir tat­sächlich ein Mutter­mal auffällt, das sich ver­ändert, oder wenn ein neues ver­dächtig aus­sieht, ist das Wichtigste: Keine Panik! Aber bitte nimm es ernst und geh zur Haut­ärztin oder zum Haut­arzt.

Was immer gilt: Schau dir monat­lich deine Haut von Kopf bis Fuß auf Ver­änder­ungen an und lerne die ABCDE-Regel. Das ersetzt zwar keine ärzt­liche Unter­suchung, aber es ist die beste Möglich­keit, frühe Warn­zeichen zu ent­decken. Du solltest deine Haut ein­mal im Jahr in einer derma­tolo­gischen Praxis unter­suchen lassen. Früh­erkennung macht bei Melanomen einen riesigen Unter­schied. 

Wichtig ist weiters, dass du deine Haut vor UV-Strahlung schützt, denn das ist der am leich­testen vermeid­bare Risiko­faktor. Benutze Sonnen­creme mit mindes­tens Licht­schutz­faktor 30, trage schützende Kleidung und bleib möglichst im Schatten. 

Trotz alledem: Genieße die Zeit draußen, ohne einen Sonnen­brand zu riskieren. Es geht nicht darum, Angst zu haben, sondern ein Bewusst­sein für das Thema zu entwickeln.

Eine Person hält ein Smartphone, auf dessen Bildschirm die Website „check das mal“ angezeigt wird.
So spielerisch kann Aufklärung sein.
© Spot the Dot

Weiterführende Links zu „Spot the Dot“: