Porträt einer lächelnden Frau mit blond-türkis gefärbtem Haar in einem gelben Kreis, platziert vor einer pastell-pinken Tastatur mit grafischen Elementen.

Fit im Büro: 7 Routinen für eine bessere Haltung

7 Routinen, die deine Haltung während der Arbeit verbessern.

Format:
So geht's
Autor:
Karin Cerny
zuletzt geändert:
24.02.2026
Lesezeit:
2 Minuten

IN DIESEM ARTIKEL ERFÄHRST DU, …

  • dass du im Büro kein Fitnessprogramm, sondern nur einfache Routinen brauchst.
  • dass Abwechslung deinen Körper entlastet.
  • dass Ergonomie eine Sache der individuellen Einstellung ist.

Es mag wie ein Klischee klingen, aber das geschulte Auge erkennt, ob du einen Schreibtisch-Job hast. Die typische Büro­haltung sieht so aus: Schultern weit nach vorne, Kopf hängen lassen. Das kann mehr oder weniger ausgeprägt sein. Und keine Sorge: Obwohl sich langes Sitzen ungünstig auf deine Haltung auswirkt, gibt es Übungen, mit denen du sehr effektiv dagegen­wirken kannst. „Es braucht kein aus­geklügeltes Fitness­programm, um die Büro­haltung zu verbessern. Es ist ohnehin in den seltensten Fällen realistisch, die Yoga­matte in der Arbeit ausrollen zu können“, sagt der Physio­therapeut Hanno Hörmann.

Zentral ist: Vorbeugen ist besser als nach­behandeln. Wenn die Verspannung einmal da ist, sind Patient:innen oft über­fordert. „Viele wünschen sich, dass sie nach einem harten Büro­tag massiert werden, um die Spannungen abzubauen“, so Hörmann. „Massagen können zwar kurzfristig Erleichterung bringen, ersetzen aber keine langfristige Verhaltens­änderung.“ Unser Physiotherapeut zeigt dir sieben Routinen, mit denen Haltungs­schäden vor dem Monitor keine Chance haben.

Los geht's!

Gesund am Schreibtisch sitzen: Dynamik gegen die Starrheit

Wir neigen dazu, viel zu lange in der gleichen Sitz­position zu verharren. Das führt zu Ver­spannungen. Um gesund am Schreibtisch zu sitzen, solltest du dir dynamisches Sitzen angewöhnen. Das klingt kompliziert, ist aber ganz einfach: Wechsle deine Position regel­mäßig. „Deine beste Haltung ist die nächste Haltung“, sagt Physiotherapeut Hörmann. Konkret bedeutet das: mal auf­recht sitzen, dann zurück­lehnen, mal die Beine über­schlagen, dann breiter aus­einander­stellen. „Der Körper liebt Abwechslung. Eine regelmäßige Veränderung bringt Entlastung.“ Du musst nicht ständig perfekt aufrecht sitzen, sondern kannst zwischen­durch auch ruhig mal am Schreib­tisch lümmeln. Es ist wichtig, in Bewegung zu bleiben. Das fördert die Durch­blutung und hilft dir dabei, keine ein­seitige Belastung auszuüben.

© Reinhard Lang

So stellst du Bürostuhl, Tisch und Monitor richtig ein

Vielleicht merkst du gar nicht, dass eine Kollegin deinen Büro­stuhl aus­geliehen und dabei verstellt hat. Deshalb solltest du Stuhl-, Tisch­höhe und Bildschirm­abstand regel­mäßig überprüfen. Passt noch alles? Die Sitz­höhe sollte so sein, dass deine Knie zirka 90 Grad gebeugt sind. Deine Füße sollen voll­ständig am Boden stehen. „Im Ideal­fall hat der Büro­stuhl auch eine einstell­bare Lenden­wirbel­säulen­stütze, die ent­lasten kann“, so Hörmann. Ein anderes Tool ist ein Keil­kissen, das den Rücken stützt. Wenn du einen Schreib­tisch hast, der sich in ein Steh­pult verwandeln lässt, solltest du das unbedingt hin und wieder nutzen.

Eine junge Frau mit schwarzer Hose und lila Pullover sitzt auf einem schwarzen Bürosessel an einem Schreibtisch, auf dem ein Bildschirm und ein Laptop aufgebaut sind.
Sessel und Tisch sollten ergonomisch eingestellt sein.
© Reinhard Lang

Arbeiten im Stehen: Bewegung durch Telefonate

Du kannst jedes Telefonat als Anlass nehmen, aufzustehen. Das entlastet die Wirbel­säule und bringt mehr Bewegung in deinen All­tag. Und: Es regt deinen Kreis­lauf an. Natürlich solltest du darauf achten, deine Kolleg:innen nicht zu nerven. Vielleicht suchst du dir eine ruhige Ecke, spazierst auf dem Gang oder gehst vor die Tür ins Freie. 

„Oft hilft aber auch, den Drucker nicht direkt beim Schreib­tisch stehen zu haben“, empfiehlt der Bewegungs­profi. Dadurch stehst du öfter auf, machst ein paar Schritte. Und: Wenn du am Drucker wartest, kannst du das mit einer kleinen Übung verbinden. „Einfach die Fersen hochheben, damit die Waden­muskulatur aktiv wird. Das lange Sitzen führt nämlich dazu, dass sich unsere Beine schwer oder müde anfühlen können.“ Du kannst aber auch deine Hände kreisen lassen, vor allem, wenn du viel tippen musst. Ob direkt am Schreib­tisch oder am Drucker, ist dabei egal. 

Eine junge Frau mit blond-türkis gefärbten Haaren im rosa Rollkragenpullover steht lächelnd am Fenster und telefoniert mit ihrem Smartphone.
Telefonieren kann man auch gut im Stehen – eine willkommene Abwechslung für die Haltung.
© Reinhard Lang

Monitor auf richtige Höhe bringen: Tipps für den Laptop

Den sogenannten Handy-Nacken bekommst du nicht nur, wenn du viel auf dein Mobil­gerät schaust (übrigens findest du hier Übungen gegen den Handy-Nacken). Auch Laptops sind gefährlich: Der Kopf sackt nach vorne, die Schultern verspannen sich. Rund­rücken und Nacken­starre sind die Folgen. 

Wichtig ist, dass die obere Bildschirmhälfte auf Augenhöhe ist. Um den Monitor auf die richtige Höhe zu bringen, helfen externe Bildschirme oder Laptopständer. „Vom Abstand her sollte ungefähr eine Arm­länge zwischen den Augen und dem Monitor sein. Und die Neigung des Bild­schirms sollte leicht nach hinten gehen“, so Hörmann. Wichtig beim Tippen ist: Die Unter­arme sollten entspannt aufliegen, ohne dauerhaften Druck auf den Hand­ballen. Darauf achten, dass die Schultern locker bleiben. 

Zwei Hände halten einen Laptop und platzieren ihn auf einem Laptopständer, der vor einer grünen Pinnwand steht, an der zwei Zettel angebracht sind.
Heb ihn höher! Immer wieder auf den Laptop hinunterzuschauen, tut deinem Nacken auf Dauer nicht gut.
© Reinhard Lang

Nackenübungen: Kopf kontrolliert kreisen

Regel­mäßig innerlich checken: Spüre ich Verspannungen oder ein un­angenehmes Gefühl im Nacken? Oft hilft es schon, den Kopf langsam und sanft nach links oder rechts zu dehnen, das lockert die seitliche Hals­muskulatur und kann dadurch die Belastung der Hals­wirbel­säule reduzieren. Oder den Kopf kontrolliert kreisen zu lassen. Schultern locker, beide Füße am Boden, Brust raus. Wichtig dabei ist: Du solltest nie in einen Schmerz hin­ein­trainieren. „Auf einer ansteigenden Skala von 0 (kein Schmerz) bis 10 (stärkster vorstell­barer Schmerz): Der Schmerz sollte während Übungen nie über 4 oder 5 gehen“, so der Physio­therapeut. 

Eine junge Frau mit blond-türkisen Haaren schließt die Augen und legt ihren Kopf zur Seite. Sie trägt einen hellrosa Rollkragenpullover.
Kurze Nackenübungen lassen sich auch im Büro gut umsetzen.
© Reinhard Lang

Atemübungen für zwischendurch

Mehrmals täglich bewusst tief durch­atmen. Das senkt Stress, löst muskuläre Anspannung. „Wichtig ist, bewusst in den Bauch zu atmen. Unter Stress atmen viele Menschen sehr flach und überwiegend in den Brust­korb – dadurch arbeitet das Zwerch­fell weniger und die Atmung wird ineffizient. Eine tiefe Zwerch­fell­atmung hilft, den Körper zu entspannen und die Atmung wieder zu vertiefen“, so Hörmann. Aufrecht hinsetzen, Brust öffnen und beim Atmen darauf achten, dass sich der Bauch nach außen wölbt. Du merkst sofort, wie deine Konzentration zunimmt. Und du dich energetischer und weniger gestresst fühlst. 

Eine junge Frau mit schulterlangen blond-türkisen Haaren sitzt am Schreibtisch. Ihre Augen sind geschlossen, eine Hand liegt auf ihrem Bauch.
Ganz bewusstes Atmen ist eine wert­volle Übung für zwischen­durch.
© Reinhard Lang

Augenübungen im Büro: Alle 20 Minuten in die Ferne sehen

Alle 20 Minuten für 20 Sekunden in mindestens sechs Meter Entfernung schauen. Das entlastet Augen und Nacken­muskulatur. Doch: Um eine Routine wie diese zu entwickeln, braucht es Regel­mäßig­keit, die man unter Arbeits­druck leicht vergisst. Deshalb sind Erinnerungs­hilfen nützlich. „Das kann ein Post-it am Computer sein oder die Vibration des Handys“, so Hörmann. Oder du stellst dir den Bild­schirm­schoner so ein, dass er sich in bestimmten Abständen verändert: Dann weißt du, es wird Zeit für eine kleine Übung – oder auf­zu­stehen und dir die Füße zu vertreten.

In einem Büro sitzt eine junge Frau mit schulterlangen, blond-türkisen Haaren. Sie trägt einen rosa Rollkragenpullover, blickt auf die Seite und lächelt. Im Hintergrund sieht man eine andere Frau an einem Schreibtisch sitzen, eine blaue Jacke über die Stuhllehne gehängt.
Warum denn in die Ferne schweifen? Na, weil es den Augen guttut.
© Reinhard Lang

Wissen zu Bewe­gungs­man­gel

Warum ist langes Sitzen schlecht für unseren Körper?

Langes Sitzen erhöht das Risiko für zahlreiche Zivilisations­krank­heiten wie Blut­hoch­druck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Daher auch der Slogan „Sitzen ist das neue Rauchen“. Studien besagen, dass Menschen, die sich viel bewegen, eine um fünf Jahre höhere Lebens­erwartung haben als jene, die lange sitzen. Aber auch geistig tut uns das lange Sitzen nicht gut: Es führt zu Depression und kann sogar Demenz fördern.

Ein junger Mann steht vor einer Sichtbetonwand, verschränkt die Arme und lächelt. Er hat kurzes braunes Haar, er trägt ein dunkelblaues Poloshirt und eine weiße Hose.
© Physio Hanno

Bewegungseinschränkungen und Schmerzen können viele Ursachen haben. Physiotherapeut Hanno Hörmann geht ihnen auf den Grund und behandelt die Auslöser, damit seine Patientinnen und Patienten möglichst beschwerdefrei wieder Sport und anderen Aktivitäten nachgehen können.