Fonds im Depot vs. Fondspolizze – was passt zu mir?
Geld anlegen: Wir verraten dir, ob ein Depot mit Investmentfonds oder eine fondsgebundene Lebensversicherung die bessere Wahl für dich ist.
Fonds im Depot vs. Fondspolizze:
Was ist der Unterschied?
Immer mehr Menschen setzen bei der Geldanlage auf Investmentfonds – denn diese bieten eine breite Streuung des eingesetzten Kapitals, ohne dass man viele einzelne Wertpapiere kaufen muss. Die meisten Leute legen dabei Fondsanteile in ein Wertpapierdepot. Dabei gibt es noch eine weitere Möglichkeit, in Fonds zu investieren, die in vielen Fällen sogar attraktiver sein kann: Fondsgebundene Lebensversicherungen. Dabei schließt man eine Versicherung ab, bei der das eingezahlte Geld in einen oder mehrere Fonds investiert wird, wodurch man ebenso von der Wertentwicklung dieser Fonds profitiert. Doch es gibt ein paar Unterschiede.
Fonds im Depot vs. Fondspolizze:
Wie ist das mit den Steuern?
Sobald man einen Investmentfonds mit Gewinnen verkauft, geht mehr als ein Viertel dieser Gewinne (27,5 %) als Kapitalertragssteuer (KESt) an die Republik Österreich. Veranlagungsgewinne bei Lebensversicherungen sind hingegen zur Gänze steuerfrei. Hier werden nur die Einzahlungen besteuert, und zwar mit grundsätzlich 4 % Versicherungssteuer. Wird allerdings eine Lebensversicherung, bei der eine Einmalprämie gezahlt wurde (und keine monatlichen oder jährlichen Zahlungen), innerhalb von 15 Jahren (bzw. 10 Jahren für Kund:innen ab 50 Jahre) aufgelöst, dann fallen zusätzlich 7 % Versicherungssteuer an.
Fonds im Depot vs. Fondspolizze:
Was kostet mich das?
Das hängt vom Produkt ab. Mit einem Wertpapierdepot ohne Grundgebühr und einem günstigen Indexfonds bist du manchmal schon mit 1 Euro pro Sparplan-Ausführung und unter 0,2 % jährlichen Verwaltungsgebühren innerhalb des Fonds dabei. Aber Achtung: Bei vielen Banken kostet schon die Depotführung allein deutlich mehr. Und mit teuren Fonds landest du dann unterm Strich bei mehreren Prozent jährlichen Kosten. Üblicherweise werden außerdem bei der Depot-Variante bei jedem Ankauf von Anteilen Ausgabeaufschläge bzw. Transaktionskosten verrechnet. Bei einer Versicherung sind die Verwaltungskosten des Fonds vordergründig dieselben wie bei der Direktveranlagung. Allerdings erhalten Versicherungsunternehmen als Großinvestoren in der Regel günstigere Konditionen bei Kapitalanlagegesellschaften, von denen auch die Versicherungskund:innen profitieren. Des Weiteren fallen bei einem Versicherungsprodukt Abschlusskosten (meist bis 5 % der Einzahlung), Verwaltungskosten (meistens bis 1 % pro Jahr). Dazu kommen die Kosten für den Ablebensschutz, den du ja gegenüber dem Depot als zusätzliche Leistung erhältst.
Fonds im Depot vs. Fondspolizze:
Was ist flexibler?
Bei manchen Dingen das eine, bei manchen das andere: Fondsgebundenen Lebensversicherungen eignen sich für längere Veranlagungsdauer, ein früherer Ausstieg (= Rückkauf) verursacht Kosten (siehe oben: Thema „Steuern“). Die Depotlösung ist in der Regel flexibler, wenn du in unregelmäßigen Abständen und/oder Höhen einzahlen willst. Kapitalumschichtungen in andere Fonds sind bei beiden Varianten meist täglich möglich. Bei einer Fondspolizze hast du dafür in der Regel eine kleinere Anzahl an Fonds zur Auswahl. Dafür sind die bei der Umschichtung erzielten Veranlagungsgewinne bei der Fondspolizze generell steuerfrei und die Umschichtungen sind oft auch kostenfrei.
Fonds im Depot vs. Fondspolizze:
Gibt es noch andere Vor- und Nachteile?
Wenn du für andere Leute wie z. B. deine Kinder sparen willst, bieten Versicherungen einigen Gestaltungsspielraum – frag deine:n Versicherungsberater:in nach dem Thema „Bezugsrechte“. Und du kannst definieren, dass das Geld im Todesfall sofort an deine Liebsten ausbezahlt wird und nicht in die Erbmasse einfließt. Bei einem Depot kann im Ablebensfall oft monatelang niemand darauf zugreifen.
Fazit
Willst du langfristig zum Beispiel für die Pension vorsorgen oder deine Familie finanziell absichern, kann eine fondsgebundene Lebensversicherung durch steuerliche Vorteile und zusätzliche Sicherheit punkten. Möchtest du dir offen halten, nach wenigen Jahren das Kapital abzurufen oder dich für eine andere Form der Veranlagung zu entscheiden, ist eher das Depot passend.