Unterstützung für pflegende Angehörige: 5 praktische Tipps
Jemanden daheim zu pflegen, ist fordernd. Worauf du achten solltest und welche Unterstützung du bekommst.
Manchmal kommt es auf einen Schlag: ein Unfall, und nichts ist mehr wie vorher. Manchmal schleicht es sich ein: eine chronische Erkrankung, die sich über Monate zu einem Pflegefall entwickelt. So unterschiedlich der Weg dorthin ist – am Ende stehst du vor derselben Aufgabe, einen nahestehenden Menschen zu pflegen. Das ist immer eine Umstellung. Und oft eine Belastung, die man von außen unterschätzt.
Einer Studie der Universität Wien zufolge gibt es in Österreich circa 950.000 Menschen, die eine Person pflegen oder dabei mithelfen – also ungefähr jede:r Zehnte.
Worauf hast du Anspruch und welche Unterstützungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige kannst du dir holen? Hier findest du wertvolle Tipps für pflegende Angehörige sowie hilfreiche Links.
Zapf das Wissen des Entlassungsmanagements an
Wer nach einem Spitalsaufenthalt Pflege braucht, bekommt einen pflegerischen Entlassungsbrief. Jedes Krankenhaus hat ein Entlassungsmanagement, das dir auch beim Thema Pflegebedarf weiterhilft und dich durch das Gesundheits- und Sozialsystem lotst. Das Team kennt die Angebote gut und weiß, welche davon auch für euch und das jeweilige Bundesland gelten.
Förderung für pflegende Angehörige & finanzielle Hilfe beantragen
Wer Angehörige pflegt und finanzielle Unterstützung beanspruchen möchte, findet in Österreich zahlreiche Hilfen. Das Pflegegeld ist eine Pauschale für Menschen, die über längere Zeit Betreuung brauchen, aber es gelten bestimmte Voraussetzungen. Es gibt sieben Pflegestufen: Je höher, desto mehr Pflegegeld wird ausbezahlt. Informiere dich gut über die allgemeinen Pflege-Förderungen und jene auf Bundeslandebene. Über das Sozialministerium gibt es übrigens auch eine Unterstützung für Kurse im Bereich Pflege.
Zu Hause pflegen: Raum praktisch und gemütlich einrichten
Was du im Zimmer umstellst, hängt natürlich von den Bedürfnissen ab. Die Einrichtung sollte jedenfalls zweckmäßig sein und der Raum leicht zu reinigen. Achte darauf, dass alles Wichtige griffbereit ist. Gleichzeitig sollte sich die zu pflegende Person wohlfühlen: Persönliche Gegenstände schaffen eine angenehme Atmosphäre. Wenn es der Zustand zulässt, spricht auch nichts gegen Bücher, ein Radio- oder Fernsehgerät.
Medikamente und Hilfsmittel besorgen
Die Medikamente und Mittel, die du brauchst, sollten nie ausgehen. Am besten legst du eine Liste an, dann behältst du leichter den Überblick. Auch Hilfsmittel wie ein Rollator, ein Krankenbett oder ein Inhalationsgerät können wichtig sein. Wenn du eine ärztliche Verordnung hast, übernimmt die Krankenkasse die Kosten dafür oder einen Teil davon. Übrigens kannst du alle für die Pflege und Betreuung anfallenden Kosten auch steuerlich geltend machen.
Unterstützungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige
Wer jemanden pflegt, ist auch selbst psychisch einer großen Belastung ausgesetzt. Oft gibt es auch andere Verpflichtungen. Wie hoch die mentale Last im Pflegealltag sein kann und welche Begleitung entlastet, zeigt ein Erfahrungsbericht über Hilfe für pflegende Angehörige. Die gute Nachricht ist: Es gibt in Österreich eine Reihe von Unterstützungsangeboten. Wende dich am besten an eine Pflegeberatung oder tausch dich in einer Selbsthilfegruppe aus. Du musst nicht alles alleine stemmen.
Anlaufstellen & Links für pflegende Angehörige
- Die App Alles Clara! bietet Unterstützung von Expert:innen aus Pflege und Psychologie. Mit diesem Zugangscode der Wiener Städtischen ist die Nutzung dauerhaft kostenlos: clara58
- Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger
- Fonds Soziales Wien: Netzwerk für pflegende An- und Zugehörige
- Caritas Pflege
- Hilfswerk: Pflege und Betreuung
- Diakonie: Akutpflegebegleitung
- Volkshilfe: Pflege und Betreuung
Pflegeversicherung MEDplus Pflege
Denk auch an deine eigene Zukunft – rechtzeitig abgeschlossen, entlastet eine Pflegeversicherung dich finanziell, wenn du auf die Hilfe anderer angewiesen bist. MEDplus Pflege ergänzt das staatliche Pflegegeld und bietet eine kostenlose Assistance zur Organisation von Pflegeleistungen. Ein Abschluss ist bis zum Alter von 70 Jahren möglich – je jünger man ist, desto günstiger ist die Prämie.