Ein junger Mann mit kurzen braunen Haaren stützt einen älteren Herrn mit weißem Haar am Rollator, beide sind in blauen Farben gekleidet.

Unterstützung für pflegende Angehörige: 5 praktische Tipps

Jemanden daheim zu pflegen, ist fordernd. Worauf du achten solltest und welche Unter­stützung du bekommst.

Format:
Checkliste
Autor:
Greta Lun
zuletzt geändert:
02.09.2026
Lesezeit:
2 Minuten

Manchmal kommt es auf einen Schlag: ein Unfall, und nichts ist mehr wie vorher. Manchmal schleicht es sich ein: eine chronische Er­krankung, die sich über Monate zu einem Pflege­fall entwickelt. So unter­schiedlich der Weg dorthin ist – am Ende stehst du vor der­selben Aufgabe, einen nahe­stehenden Menschen zu pflegen. Das ist immer eine Um­stellung. Und oft eine Belastung, die man von außen unter­schätzt.

Einer Studie der Universität Wien zufolge gibt es in Österreich circa 950.000 Menschen, die eine Person pflegen oder dabei mithelfen – also ungefähr jede:r Zehnte. 

Worauf hast du Anspruch und welche Unter­stützungs­möglich­keiten für pflegende An­gehörige kannst du dir holen? Hier findest du wert­volle Tipps für pflegende An­gehörige sowie hilf­reiche Links.

Zapf das Wissen des Entlassungsmanagements an

Wer nach einem Spitals­aufenthalt Pflege braucht, bekommt einen pflegerischen Entlassungs­brief. Jedes Krankenhaus hat ein Entlassungs­management, das dir auch beim Thema Pflege­be­darf weiterhilft und dich durch das Gesund­heits- und Sozial­system lotst. Das Team kennt die An­gebote gut und weiß, welche davon auch für euch und das jeweilige Bundes­land gelten.

Förderung für pflegende Angehörige & finanzielle Hilfe beantragen

Wer Angehörige pflegt und finanzielle Unter­stützung bean­spruchen möchte, findet in Öster­reich zahl­reiche Hilfen. Das Pflegegeld ist eine Pauschale für Menschen, die über längere Zeit Betreuung brauchen, aber es gelten bestimmte Voraus­setzungen. Es gibt sieben Pflege­stufen: Je höher, desto mehr Pflege­geld wird aus­be­zahlt. Informiere dich gut über die all­ge­meinen Pflege-Förderungen und jene auf Bundes­land­ebene. Über das Sozial­ministerium gibt es übrigens auch eine Unter­stützung für Kurse im Bereich Pflege.

Zu Hause pflegen: Raum praktisch und gemütlich einrichten

Was du im Zimmer umstellst, hängt natürlich von den Bedürfnissen ab. Die Einrichtung sollte jeden­falls zweck­mäßig sein und der Raum leicht zu reinigen. Achte darauf, dass alles Wichtige griff­bereit ist. Gleich­zeitig sollte sich die zu pflegende Person wohlfühlen: Persönliche Gegen­stände schaffen eine angenehme Atmosphäre. Wenn es der Zustand zulässt, spricht auch nichts gegen Bücher, ein Radio- oder Fernsehgerät.

Medikamente und Hilfsmittel besorgen

Die Medikamente und Mittel, die du brauchst, sollten nie ausgehen. Am besten legst du eine Liste an, dann behältst du leichter den Überblick. Auch Hilfs­mittel wie ein Rollator, ein Kranken­bett oder ein Inhalations­gerät können wichtig sein. Wenn du eine ärztliche Verordnung hast, übernimmt die Kranken­kasse die Kosten dafür oder einen Teil davon. Übrigens kannst du alle für die Pflege und Betreuung anfallenden Kosten auch steuerlich geltend machen.

Unterstützungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige

Wer jemanden pflegt, ist auch selbst psychisch einer großen Belastung ausgesetzt. Oft gibt es auch andere Ver­pflichtungen. Wie hoch die mentale Last im Pflege­alltag sein kann und welche Begleitung entlastet, zeigt ein Erfahrungs­bericht über Hilfe für pflegende Angehörige. Die gute Nachricht ist: Es gibt in Österreich eine Reihe von Unterstützungs­angeboten. Wende dich am besten an eine Pflege­beratung oder tausch dich in einer Selbsthilfe­gruppe aus. Du musst nicht alles alleine stemmen.

In einem Wohnzimmer sitzen zwei Männer nebeneinander am Tisch und schauen auf einen Laptop. Der ältere mit weißen Haaren und Bart trägt ein hellblaues Hemd, der junge eine Brille und einen dunkelblau-weiß-gestreiften Pullover.
© Shutterstock/Miljan Zivkovic

Anlaufstellen & Links für pflegende Angehörige

Info

Pflegeversicherung MEDplus Pflege

Denk auch an deine eigene Zukunft – recht­zeitig ab­geschlossen, ent­lastet eine Pflege­ver­sicherung dich finanziell, wenn du auf die Hilfe anderer an­gewiesen bist. MEDplus Pflege ergänzt das staatliche Pflege­geld und bietet eine kosten­lose Assistance zur Organisation von Pflege­leistungen. Ein Ab­schluss ist bis zum Alter von 70 Jahren möglich – je jünger man ist, desto günstiger ist die Prämie.