Longevity fürs Gehirn
So hältst du deinen Kopf fit – und beugst Demenz vor.
Nicht nur unser Körper, auch unser Gehirn baut im Laufe der Jahre ab. Die Anzahl der Neuronen und ihrer Synapsen sinkt, die Bildung neuer Nervenzellen wird reduziert. Konkret äußert sich das in Vergesslichkeit. Aber auch die Fähigkeit, Informationen zu verarbeiten, kann rapide abnehmen. Warum Demenz und Alzheimer manche trifft und andere nicht, ist noch unklar. Wir alle können nur an der Vorbeugung arbeiten.
Gehirn-Muskel trainieren
Die gute Nachricht: Bis zu 45 Prozent der Demenzerkrankungen hätten durch einen gesünderen Lebensstil verhindert werden können. Dein Gehirn ist ein Muskel, den du trainieren kannst. Konkret bedeutet das: Lern eine Fremdsprache, mach einen Tanzkurs oder werde Mitglied in einem Schachklub. Was auch immer dir Freude macht. So stärkst du deine Neuroplastizität, also die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zwischen Nervenzellen zu knüpfen.
Gedächtnis verbessern
Chronischer Stress kann dein Gehirn negativ beeinflussen. Erholsamer Schlaf ist dagegen ein Wundermittel. Denn im Schlaf werden schädliche Substanzen wie Amyloid-beta, das bei Alzheimer-Erkrankungen verklumpt, abgebaut. Du kannst dein Gedächtnis aber auch verbessern, indem du deine Bildschirmzeit reduzierst. Denn der sogenannte Digital Overload versetzt unser Gehirn in ständige Alarmbereitschaft – die Folgen sind Stress, Konzentrationsstörungen und ein Rückgang der Produktivität.
Demenz vorbeugen
In Sachen Longevity hängen Körper und Geist zusammen: Was gut für dein Herz ist, schützt auch dein Gehirn. Ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren sowie möglichst wenig Alkohol helfen dir, Bluthochdruck zu vermeiden. Zweimal die Woche Joggen oder Radfahren bei niedrigem Puls können dazu beitragen, dein Herz langfristig zu stärken. Die Faustregel lautet: Sport lieber maßvoll, dafür regelmäßig.
Ohren auf!
Und hier noch ein unerwarteter Tipp: Neueste Forschungen zeigen, dass ein gutes Gehör dein Gehirn schützt. Wer einen unbehandelten Hörverlust hat, steigert sein Risiko, an Demenz zu erkranken, um ein Drittel. Daher sind regelmäßige Hörtests ab dem 40. Lebensjahr sinnvoll. Überhaupt ist Musik ein Wundermittel. Wer ein neues Instrument lernt, stimuliert das Gehirn. Musik regt die Nervenzellen an, neue Verbindungen zu knüpfen. Darum: Gehörschutz auf, wenn’s zum Konzert geht oder zum Rave. Und – dranbleiben beim Üben mit dem eigenen Instrument.