Collage, in der zwei Hände Bierflaschen halten und damit anstoßen.

Kontrolliert trinken: Wie viel Alkohol ist gesund?

Wer lange leben will, sollte wenig trinken. Denn Alkohol kann Krebs fördern.

Format:
So geht's
Autor:
Maya McKechneay
zuletzt geändert:
02.01.2025
Lesezeit:
2 Minuten

„Abends entspannt ein Glas Bier oder Wein genießen: Das schadet nicht und schützt sogar vor Herz­infarkten, Schlag­anfällen und Diabetes Typ 2“, immer wieder geisterten solche und ähnliche Meldungen durch die Schlag­zeilen. Doch viele der zugrunde liegenden Langzeit­studien basierten auf einem sogenannten Lebenszeit-Selektions-Bias. Was das heißt? Die Studien­ergebnisse waren verzerrt, weil die Forscher:innen ehemalige Alkoholi­ker:innen und andere Menschen, die aus Gesund­heits­gründen mit dem Trinken aufgehört hatten, als Abstinente gezählt hatten. In puncto Lebens­dauer hatten sie dann ent­sprechend schlecht und moderate Trinker:innen vergleichs­weise gut abge­schnitten.

Wie Alkohol­konsum und Lebens­erwartung wirklich zusammen­hängen, deckte nun eine Meta-Studie der kanadischen Universität Victoria auf, die über 107 inter­nationale Studien auswertete. Das Fazit: Wenn die Daten sauber erhoben sind, leben Menschen, die überhaupt nicht trinken, gesünder und länger. Denn auch kleine Mengen Alkohol schaden der Gesundheit. 

Wie viel Alkohol ist gesund?

Die Frage, wie viel man trinken soll, muss also so beant­wortet werden: Am besten gar nichts. Weil das aber nicht jeder:jedem von uns gelingt, hier ein paar Tipps, wie du die Kontrolle behältst. 

Wissen

Alkoholkonsum in Österreich

12 Liter reinen Alkohol (oder umgerechnet 480 Halbliter-Flaschen Bier) konsumie­ren Öster­reicher:innen durch­schnitt­lich im Jahr, wie eine Studie der Welt­gesundheits­organisation (WHO, 2024) zeigt. Damit belegt Öster­reich den sechsten Platz weltweit – noch vor der Rot­wein­nation Frank­reich. Der globale Durch­schnitt liegt bei 5,5, der europäische bei 9,2 Litern. 

Finde alkoholfreie Alternativen

Nie zuvor gab es so viel Auswahl an alkohol­freiem Wein, Sekt oder Bier wie heute. Am besten schmeckt übrigens auch alkohol­freies Bier frisch gezapft vom Fass. 

Nie allein Alkohol trinken

Der Tag war stressig. Die Kinder fordernd. Darum abends zum Runter­kommen noch ein Glas Wein. Klingt gemütlich – birgt aber die Gefahr, zum Ritual zu werden. Gerade Allein­erzieher:innen greifen nach dem Zu-Bett-Bringen oft zur Flasche. „Wine Mom“ lautet der wenig schmei­chel­hafte Trend­begriff. Setz statt­dessen einen Tee auf. Auch der signalisiert: Jetzt beginnt die Zeit der Ruhe. 

Gruppendruck ignorieren

Auf der Weihnachts­feier wird dir ein Glas Sekt in die Hand gedrückt? „Sei kein Spiel­verderber“, sagt der Freund? Wenn du dich ent­schlossen hast, nichts zu trinken, leg dir eine klare Ansage bereit. Lass dich nicht drängen. Wer dich respektiert, akzeptiert deine Grenzen auch ohne Diskussion.

Alkohol begünstigt diese Krebsarten

Anfang 2025 veröffentlichte der oberste Gesundheits­beamte der US-Regierung, Vivek Murphy, eine Studie, laut der auch geringe Mengen Alkohol sieben verschiedene Krebsarten begüns­tigen können, darunter Brust­krebs (bei Frauen), Rachen­krebs, Mundhöhlen­krebs, Speise­röhren­krebs, Kehlkopf­krebs, Darmkrebs und Leberkrebs. Als Krebs­auslöser steht Alkohol nach Tabak und Fett­leibig­keit an dritter Stelle. Analog zu den Warn­hinweisen auf Ziga­retten­packungen plädierte Murphy für Warn­hin­weise auf Flaschen, wie sie beispiels­weise Irland ab 2028 einführen will.