IMPULS Top-Story: Die Macht der Psyche

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IMPULS Top-Story: Die Macht der Psyche

Ran ans Glück

Sind Sie ein glücklicher Mensch? Egal wie Ihre Antwort ausfällt:  Das Potenzial zum Glücklichsein steckt in uns allen.

Glück – was verstehen Sie eigentlich darunter? Hinter diesen fünf Buchstaben stecken für jeden Menschen andere Aspekte. Erstrebenswert ist es für uns alle, aber als wirklich glücklich würden sich wohl nur wenige bezeichnen. Ganz wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass es das eine Glücksrezept für alle nicht gibt. Vielmehr kommt es auf die ganz persönliche Wahrnehmung und die Sicht auf das eigene Leben an. Bereits Thales von Milet (625 – 545 v. Chr.) meinte auf die Frage: Wer ist glücklich?, dass „wer gesunden Leibes, vom Schicksal begünstigt und mit trefflicher Seelenbildung ausgerüstet ist“, glücklich sei.

Wer ist am glücklichsten?

Mit dem eigenen Alter oder dem Geschlecht hängt das individuelle Glücksempfinden kaum zusammen. Männer sind nicht lebenslang glücklicher als Frauen, junge Menschen nicht automatisch „happy“. Obwohl unter anderem beispielsweise eine Studie der Uni Cambridge nahelegt, dass Frauen in jüngeren Jahren tendenziell glücklicher sind, im Alter dann weniger und Männer einen umgekehrten Verlauf haben. Spannend auch das Ergebnis einer Studie des Marktforschungsinstituts „Mintel“, das offenbarte, dass Single-Frauen nicht unglücklich seien, nur weil kein Mann an ihrer Seite stehe. Umgekehrt hinge das Glück des Mannes eher davon ab, ob eine Frau sein Leben teile. Das Journal „Social Psychological and Personality Science“ veröffentlichte 2015 eine Studie, derzufolge die Generation Y (unter 30) glücklicher als andere Generationen junger Erwachsener sei, und fand sogar heraus, dass die Idee, im Alter glücklicher zu werden, nicht stimme. Auch im Vergleich zu älteren Generationen galt die Generation Y als glücklicher.

Glücksregionen der Welt

Bhutan setzt schon seit den 1970er-Jahren auf „Bruttonationalglück“ als Gegenmodell zum Kapitalismus. Der damalige König erhob das Glück sogar zum Staatsziel. Allerdings zählt Bhutan bis heute zu den materiell ärmsten Ländern Asiens. Dennoch ist das Ziel des Bruttonationalglücks, nämlich die Lebensumstände der weniger glücklichen Menschen des Landes zu verbessern, wichtig und erstrebenswert. Wirklich glücklich sind dagegen nachweislich die Finnen: Ein aktueller UN-Bericht (World Happiness Report 2018) zeigt, dass die glücklichsten Menschen in Finnland leben. Für 156 Länder wurden Faktoren wie Wohlstand, Lebenserwartung, Korruption und Freiheit untersucht. Und das Land im Norden schnitt am besten ab. Warum? Unter anderem wird das auf „Sisu“ zurückgeführt. Darunter verstehen die Finnen eine mentale Eigenschaft, die angeblich nur ihr Volk hat: eine Mischung aus Beharrlichkeit, Zähigkeit, Kampfgeist, Sturheit und Geduld. Nie aufgeben, lautet die Devise. Und sie scheint ein Weg zu sein, um glücklich zu werden. Österreich erreicht im heurigen Report nach Israel Platz 12. Mehr dazu finden Sie unter: worldhappiness.report/ed/2018.

Suchen und finden

Ratgeber in Buchform und „Glücksgurus“ können für manche Menschen inspirierend sein. Wirklich zielführend ist aber, sich unabhängig von vorgegebenen Meinungen seinen persönlichen Pfad zum Glück zu suchen.

Glück ist kein Naturzustand, genauso wenig ist es unsere Gesundheit. Auch gibt es nicht automatisch die Schlussfolgerung, dass gesund gleich glücklich bedeutet – aber, so Eckart von Hirschhausen in seinem Buch „Glück kommt selten allein“: Wenn wir öfter glücklich sind, werden wir wohl seltener krank. Somit sollten wir Glück als gute Methode sehen, unsere Gesundheit zu fördern. Dabei ist es gar nicht so leicht, Glück zu definieren. Generationen von Philosophinnen und Philosophen, Theologinnen und Theologen und anderen Forscherinnen und Forschern arbeiteten sich daran ab – von Sokrates bis hinauf zur Gegenwart. Platon etwa schrieb, dass der Mensch nur glücklich sein kann, wenn die drei Teile der menschlichen Seele, Vernunft, Wille und Begehren, im Gleichgewicht sind. Er sah in der Gerechtigkeit den ausschlaggebenden Faktor. Aristoteles wiederum sah Glück und Tugend als eine Einheit, er beschrieb aber auch äußere Güter als zugehörig zum Glück.

Emotion von innen

Allein Platon und Aristoteles haben unterschiedliche Ansätze zum Glück gefunden. Was, wenn nun jede und jeder von uns fünf Bekannte fragt, was diese  als Glück definieren? Materielle Güter, Familie, Gesundheit? Da käme wohl eine ziemlich lange Liste zustande, die ebenso vielfältig ausfiele wie die befragten Personen.

Fragen wir im Netz nach, kommt als erste Glücksdefinition: „besonders günstiger Zufall“ ebenso wie „erfreuliche Fügung des Schicksals“. Zugleich wird in einer weiteren Definition das Glück als „personifiziert“ beschrieben, also als etwas positiv Emotionales. Somit könnten wir zwei Theorien zum Glück verfolgen, einerseits das Glück als von außen kommend und andererseits das Glück, das als Emotion aus uns selbst heraus kommt. Das bedeutet, dass manche Menschen Glück beispielsweise mit dem Gewinn eines Preises in der Tombola gleichsetzen und andere Befragte Glück als Zustand erleben, den sie spüren, wenn etwa ein Kind geboren wird. Selbst zu beeinflussen ist das gefühlte Glück allemal, dafür gibt es wissenschaftliche Belege. So prägte Professor Mihályi Csíkszentmihályi den Begriff des „Flow“, ein spezielles Glücksgefühl, das sich einstellen kann, wenn sich ein Mensch einer Aufgabe oder Tätigkeit so konzentriert widmet, dass er völlig in ihr aufgeht. Vor allem im Sport wird gerne vom „Flow“ gesprochen.

Glück auf Raten

Heute geht man davon aus, dass man das Glück insofern in der eigenen Hand hat, als man täglich bewusst Entscheidungen trifft und damit die Richtung selbst bestimmt. Das betrifft alle Bereiche – von der Ausbildung und Berufswahl bis zu Jobentscheidungen und dem Thema Familiengründung. Freizeitgestaltung und kulturelle Interessen spielen ebenfalls hinein. In diesen Bereichen gibt es gesellschaftliche Vorgaben – aber eben auch viele Möglichkeiten, selbst zu steuern. Dies können Sie beispielsweise mit einem Glückstagebuch, in diesem notiert man die täglichen Momente des Glücks. Wir wissen wohl alle, was uns guttut, unser Wohlbefinden steigert und uns so auch glücklicher macht – in der Theorie. Praktisch sieht es anders aus. Daher hilft laut Psychologinnen und Psychologen diese Form der täglichen Bilanz, um dieses Wissen bewusst zu machen und aktiv auszuleben. Drei  positive Momente sind nötig, um einen negativen  zu „ersetzen“.

Hegen und pflegen

Aber auch der Zufall spielt eine wichtige Rolle. Denn nicht alles kann tatsächlich beeinflusst und gesteuert werden. Ob man den Hauptpreis bei der Tombola gewinne, das steht in den Sternen, und wenn man gewinne, dann würde es wohl heißen, „Schwein gehabt“, und träfe man völlig unerwartet die Jugendliebe wieder, ja, dann wäre das wohl eine glückliche Fügung des Schicksals. Beeinflussen hätte man beides nicht können. Außer Zweifel scheint zu sein, dass die Lebensumstände – also die familiäre Situation, der berufliche Erfolg, die körperliche und psychische Gesundheit – eine ganz entscheidende Rolle für das individuelle Glücksgefühl spielen. Wer sich in der Familie oder der Partnerschaft geborgen fühlt, wer Bestätigung im Beruf findet, materiell keine Sorgen hat und sich auf einen stabilen Freundeskreis verlassen kann, dessen Voraussetzungen sind sehr gut, ein zufriedenes – oder sogar glückliches – Leben zu führen. Als wesentlichen Faktor in den Bedingungen für das Glück der Menschen nennen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch den „Lebenszweck“. Habe ich diesen gefunden und ist er positiv besetzt, so kann daraus Glück entstehen. Denken wir also nicht nur am 20. März, dem Tag des Glücks, über unsere persönliche Glücksbilanz nach, sondern gleich jetzt. Und egal wie das Resümee ausfallen sollte, es liegt an uns, jetzt gleich damit zu beginnen, das eigene Glücksempfinden zu hegen und zu pflegen!