Trauerfall Checkliste
Unterstützung in schweren Zeiten

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Trauerfall Checkliste
Unterstützung in schweren Zeiten

Rote Rose im Vordergrund. Im Hintergrund drei Teelichter die leuchten.

Es ist schon schlimm genug, wenn man einen geliebten Menschen verliert. Neben der großen emotionalen Belastung wird man dann noch zusätzlich mit der Organisation rund um den Trauerfall konfrontiert - all das kostet Zeit und Überlegungen, mit denen man sich gerade in so einer Ausnahmesituation nur schwer befassen möchte.

Damit Sie alle Erledigungen rund um die Bestattung und den Trauerfall Schritt für Schritt planen können und nichts vergessen, haben wir für Sie eine umfassende Checkliste zusammengestellt. So können Sie in Ruhe Abschied nehmen.
 
Sie können die Checkliste hier auch direkt als .pdf herunterladen.

Checkliste für den Trauerfall herunterladen

Erste Schritte nach Eintreten des Todesfalls

Todesfall in einer Wohnung:

  1. Verständigung eines Arztes zur Totenbeschau
    Im Rahmen der Totenbeschau wird Zeitpunkt, Art und Ursache des Todes festgestellt. Wenn der Arzt die Todesursache eindeutig feststellen kann, werden folgende Dokumente ausgestellt:

    Anzeige des Todes (enthält auch die „Todesbescheinigung“):
    Dient zur Anzeige des Todesfalls beim Standesamt und dem Bestattungsunternehmen zur Durchführung der Bestattung.

    Leichenbegleitschein:
    Das Bestattungsunternehmen benötigt den Leichenbegleitschein für die Überführung.

    Kann der Leichenbeschauarzt die Todesursache nicht eindeutig feststellen bzw. besteht der Verdacht auf Fremdeinwirkung, muss eine Obduktion in der Gerichtsmedizin durchgeführt werden. Erst danach wird das Formular „Anzeige des Todes“ ausgestellt.

  2. Bestattungsunternehmen kontaktieren
    Nehmen Sie im nächsten Schritt Kontakt mit einem Bestattungsunternehmen auf. Dieses übernimmt für Sie den Transport des Toten. Prüfen Sie ob der Verstorbene bereits zu Lebzeiten eine Bestattungskostenversicherung abgeschlossen hat bzw. ob es bereits einen Vertrag mit einem Bestattungsinstitut gibt.

  3. Anzeige des Todesfalls beim Standesamt.
    Die Anzeige des Todesfalls muss spätestens am nächsten Werktag erfolgen.

    Zur Anzeige des Todesfalls sind in folgender Reihenfolge gesetzlich verpflichtet:

    • Die Leiterin/der Leiter der Krankenanstalt, in der die Person gestorben ist
    • Die Ärztin/der Arzt, die/der die Totenbeschau vorgenommen hat
    • Die Behörde oder Dienststelle der Polizei, die Ermittlungen über den Tod durchführt
    • Die Ehegattin/der Ehegatte, die eingetragene Partnerin/der eingetragene Partner oder  sonstige Familienangehörige
    • Die letzte Unterkunftsgeberin/der letzte Unterkunftsgeber
    • Sonstige Personen, die vom Tod aufgrund eigener Wahrnehmungen Kenntnis haben


    Folgende Unterlagen werden zur Anzeige des Todesfalls benötigt:

    • Formular "Anzeige des Todes"
    • Eigener amtlicher Lichtbildausweis der Person, die den Todesfall anzeigt
    • Personaldokumente der Verstorbenen/des Verstorbenen – soweit vorhanden: –Geburtsurkunde
    • Nachweis der Staatsangehörigkeit
    • Heiratsurkunde/Partnerschaftsurkunde
    • Bei Geschiedenen: zusätzlich –Scheidungsbeschluss bzw. Scheidungsurteil
    • Bei eingetragenen Partnerinnen/eingetragenen Partnern: zusätzlich – Urteil über die Auflösung einer eingetragenen Partnerschaft
    • Eventuell urkundlicher Nachweis akademischer Grade

    Nach der Eintragung im Zentralen Personenstandsregister folgt die Standesbeamtin/der Standesbeamte die Urkunde über den Sterbefall aus.

Todesfall in einem Krankenhaus oder Pflegeheim:

Die Leitung der Institution übernimmt die Organisation der Totenbeschau und die Anzeige des Todesfalls beim Standesamt.


Die Bestattung

Sollte der Verstorbene bereits zu Lebzeiten einen Vertrag mit einem Bestattungsinstitut bzw. eine abgeschlossen haben, dann wenden Sie sich so schnell wie möglich an dieses. Möglicherweise liegt auch eine Bestattungsverfügung mit Angaben zur Bestattungsart, Bestattungsinstitut, Friedhof, Grabart usw. vor.

Gibt es keine Vorsorgeverträge oder Verfügungen muss man selbst Bestatter vergleichen und auswählen.


Rund um das Begräbnis sind meistens folgende Punkte zu klären:

  • Klären Sie mit dem Bestattungsinstitut, welche Aufgaben Sie selbst erledigen und welche der Bestatter übernimmt.
  • Bestimmen Sie die Bestattungsart bzw. berücksichtigen Sie die Wünsche des Verstorbenen für die Beisetzung (Erdbestattung, Feuerbestattung, Seebestattung, Baumbestattung).
  • Wählen Sie, falls notwendig, den Friedhof und das Grab aus bzw. lassen Sie sich vom Friedhofsamt eine Grabstelle zuteilen und teilen Sie der Friedhofsverwaltung den Beisetzungstermin mit.
  • Im Fall einer Feuerbestattung muss eine Genehmigung des Krematoriums eingeholt (in manchen Bundesländern notwendig) und die Untersuchung des Verstorbenen durch den Amtsarzt beantragt werden.
  • Wählen Sie einen Sarg oder eine Urne und die Totenkleidung aus.
  • Den Rahmen wählen: Besprechen Sie mit Ihren Angehörigen, ob Sie im engsten Familienkreis Abschied nehmen wollen oder auch Freunde und Bekannte zur Beisetzung einladen werden. Eventuell hat der Verstorbene vor seinem Tod Wünsche zur Gestaltung der Trauerfeier geäußert, die berücksichtigt werden sollen.
  • Partezettel: Um Freunde, Verwandte oder Geschäftspartner Kolleginnen vom Tod des Verstorbenen zu informieren und ihnen den Termin der Bestattung mitzuteilen, versendet man in der Regel sogenannte Partezettel. Eine Alternative dazu sind Trauerkarten.
  • Besprechen Sie mit dem Bestattungsinstitut den Ablauf und die Gestaltung der Trauerfeier (Dekoration, Aufbahrung, etc)
  • Besprechen Sie auch mit dem Pfarrer bzw. Trauerredner den Ablauf der Zeremonie (z.B. wichtige Punkte, die erwähnt werden sollten, Musikwünsche, etc.).
  • Bestellen Sie den Blumenschmuck
  • Reservieren Sie ein Restaurant für einen eventuellen Leichenschmaus
  • Eigene Kleidung für die Beerdigung besorgen/auswählen.
  • Danksagung: Wer möchte, kann nach der Bestattung Danksagungs-Karten an die Gäste der Trauerfeier verschicken.
  • Grabstein/Grabplatte bestellen: dies erfolgt erst einige Monate nach der Bestattung bei einem Steinmetz.
  • Grabpflege organisieren.

Meldungen nach dem Todesfall

Einige Abmeldungen erledigt gleich das Standesamt für die Hinterbliebenen. Nämlich die Abmeldung bei der österreichischen Meldebehörde (Melderegister), beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger, bei der Staatsbürgerschaftsstelle, beim Führerscheinregister, beim zentralen Personenstandsregister und bei der konsularischen Vertretungsbehörde in Österreich für Nicht-Staatsbürger.

Folgende Ab- und Ummeldungen müssen die Hinterbliebenen selbst vornehmen:

  • Arbeitgeber
  • Mietverträge
  • Mitgliedschaften
  • Bankkonten
  • Daueraufträge
  • Versicherungen
  • Rundfunk, TV, Telekom, Mobilfunkverträge
  • Gas, Strom, Fernwärme
  • Post
  • Abonnements
  • Kirchenbeitrag
  • KFZ-Zulassung
  • Bank
  • GIS
  • Mobilitätsclub (ÖAMTC, ARBÖ)

Weiters muss abgeklärt werden, ob der Verstorbene ein Testament zur Regelung seines Nachlasses errichtet hat.


Digitaler Nachlass

Der digitale Nachlass betrifft Benutzerkonten und sonstige persönliche Daten, die nach dem Tod einer Person im Internet weiterbestehen (z.B. Facebook-Profil, Instagram-Account, etc.). Hierzu zählen auch Daten, die auf einem Computer gespeichert wurden (wie z.B. Videos, Fotos, Musikdateien, etc.).

Grundsätzlich kann man schon zu Lebzeiten bestimmen was im Todesfall mit dem eigenen Profil oder den Daten geschehen soll. Wurde diese Vorkehrung nicht getroffen sollte man dem betreffenden Unternehmen eine Geburts- und Sterbeurkunde der verstorbenen Person gemeinsam mit einem Nachweis der Verwandtschaft zukommen lassen. Dies führt im Regelfall zu einer Löschung des Profils. Es gibt auch die Möglichkeit das Konto im aktuellen Status einfrieren zu lassen, sodass nichts mehr verändert werden kann.

Man kann auch einen Notar mit der Abwicklung des digitalen Nachlasses beauftragen. Mittlerweile gibt es sogar eigene Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben.